Skihallenschließung

Neue Chance für den Snow Dome?

Bispingen - In einem ersten Krisengespräch hat Wirtschafts-Staatssekretärin Daniela Behrens (SPD) am Abend versucht, die Chancen für einen Weiterbetrieb der Skihalle Snow Dome in Bispingen auszuloten. Alois Haider als Vertreter des Betreibers der Anlage, die einer österreichischen Familie gehört, war dazu ins Ministerium nach Hannover gekommen.

Am Dienstag hatte das Unternehmen überraschend die Schließung für Ende März angekündigt. 137 feste Mitarbeiter werden arbeitslos, darüber hinaus noch rund 100 Saisonkräfte. Ob die Halle dauerhaft oder nur vorübergehend geschlossen bleibt, ist weiterhin unklar. Der Unternehmensvertreter erklärte in der internen Sitzung, dass die Firma das offenbar erhebliche Ausmaß des Sanierungsbedarfs anfangs unterschätzt hatte. Kühlaggregate und Lifte müssten, weil sie seit sechs Jahren fast rund um die Uhr im Betrieb seien, von Grund auf erneuert werden. Dazu müsse der Snow Dome zunächst geschlossen werden. Ob die Sanierung tatsächlich angepackt wird, ob das Unternehmen dazu noch einen Investor ins Boot holt oder um weitere Fördermittel bittet, sei bislang noch nicht absehbar. Noch im März will die Firma sich darüber Klarheit verschaffen und dies mitteilen, erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage.

Das Wirtschaftsministerium betont, „keine Investitionsruine“ hinnehmen zu wollen. Dem Vernehmen nach hat Behrens am Donnerstag angedeutet, dass das Land womöglich bei der energetischen Sanierung helfen könne. Möglich wäre, beispielsweise Solarzellen auf dem Dach zu installieren oder die Halle mit Windstrom zu versorgen. Eindeutig vor weiteren Landeszuschüssen gewarnt hat der Bund der Steuerzahler: „Wenn der Betrieb nach mehr als sechs Jahren immer noch nicht rentabel ist, sollte das Land die Finger von einer erneuten Förderung lassen.“

In der Landesregierung war die überraschende Schließung mit Unverständnis aufgenommen worden. Mehrere Ungereimtheiten fallen auf. So hatte das Unternehmen noch vor drei Wochen bei der N-Bank um einen Landeszuschuss für den Anbau eines „Alpenhotels“ gebeten. Der Investor sah sich dazu veranlasst, da die Konkurrenz ähnliche Pläne in Mecklenburg-Vorpommern verfolgt. Wie es jetzt heißt, hatte die Firma zu dieser Zeit den Sanierungsstau noch nicht erkannt. Nach diesem Hinweis fühlen sich viele bestätigt, die den Bau einer energiefressenden Eishalle in der Lüneburger Heide von Anfang an skeptisch beurteilt hatten. Die Grünen hatten noch 2006 davor gewarnt, dieses Projekt mit Landesgeld zu belohnen.

Der Bau der Halle kostete 26,2 Millionen Euro, das Land hatte vor sieben Jahren 3,58 Millionen Euro zugesteuert. Für die Erschließung sind später noch einmal 1,7 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln geflossen. Ende Mai vergangenen Jahres lief die Bindefrist aus, die Zuschüsse können jetzt also nicht zurückgefordert werden. Trotzdem geht das Land auch Hinweisen nach, die Auflagen für die Förderung seien womöglich nicht eingehalten oder von der N-Bank seinerzeit zu großzügig ausgelegt worden - etwa bezüglich der Arbeitsplätze, die geschaffen werden mussten. In einem solchen Fall wäre unter Umständen eine Rückforderung doch noch möglich.

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