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Der neue Held der USA

Washington - Dem Netzwerk Facebook verdanken die USA ihre aktuelle Heldengeschichte. Dort verbreitete sich das Foto eines Soldaten, der in Afghanistan schwer verletzt wurde – im Krankenbett sich jedoch zu einer stolzen Geste aufrafft.

Eine Geste macht den schwer verletzten US-Soldaten Josh Hargis zurzeit weltberühmt: Er salutiert unter Schmerzen ohne die Augen zu öffnen auf seinem Krankenbett in Afghanistan. Wenige Stunden nach einem Selbstmord-Bombenattentat auf seine Gruppe grüßt er damit seinen Teamführer, während er von 50 Kameraden, Ärzten und Krankenschwestern im Krankensaal umringt ist und den Orden Purple Heart für verwundete Soldaten im Einsatz erhält.

Seine Ehefrau Taylor bekam das Foto dieses kurzen Moments übermittelt, sie stellte es auf ihre Facebook-Seite, und Internet, Zeitungen und TV-Sender in den USA und anderen Ländern sorgen für eine virale Medien-Kampagne sondergleichen, als sie über Josh Taylors Story berichten: Als Mitglied des 3. Ranger Batallions sicherte Josh gemeinsam mit 35 Soldaten seiner Einheit ein verdächtiges Areal in Panjawi im Süden Afghanistans. Durch eine Attentäterin werden einige seiner Kameraden und der teameigene Suchhund getötet, mehrere andere Soldaten schwer verletzt. Als weitere Einheiten und Sanitäter zur Hilfe eilen wollen, explodieren noch einmal 13 improvisierte afghanische Sprengsätze. Die Amerikaner waren offensichtlich in eine Falle gelockt worden.

Josh Hargis muss mit seinen verletzten Kameraden mehr als zwei Stunden durchhalten. Erst dann kann er auf der eigenen Militärbasis medizinisch versorgt werden und sein Leben ist gerettet. Bevor er über Deutschland in die USA ausgeflogen wird, ordnet sein Kommandeur noch schnell die Ordensverleihung auf dem Krankenbett an. Alle Beteiligten glauben, dass der schwer verwundete Soldat auf dem Krankenbett nichts von der kurzen Zeremonie mitbekommt, weil er ja durch die Erstversorgung am Ort des Bombenanschlags und wegen der folgenden Operation betäubt ist. Als er seinen durch Bandagen und Infusion gehandicapten Arm unter der Bettdecke vorzieht, versucht ein Arzt Josh Hargis’ Hand zurückzudrücken. Am Beatmungsgerät angeschlossen und kaum bei Bewusstsein, kämpft Josh gegen den Arzt an und hebt seine Hand zum Gruß an die Stirn. Geistesgegenwärtig hält einer seiner Kameraden den kurzen Moment im Foto fest.

Josh Hargis Teamführer übermittelt dessen Frau Taylor das Foto und beschreibt die Szene: „Ich kann Ihnen nicht das emotionale Level beschreiben, das an diesem Tag die Leute auf der Intensivstation erfasste. Erwachsene Männer begannen zu schluchzen und wir waren sprachlos angesichts Joshs Tapferkeit und Charakterstärke.“ Und weiter: „Das Bild diesesMoments hängt jetzt über meinen Schreibtisch und wird mich an diesen einzigen großen Augenblick erinnern, den ich während meiner zehnjährigen Dienstzeit in der Armee erlebt habe.“

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