JVA Rosdorf

Neue Sicherungsverwahrung für Verbrecher wird eröffnet

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Zentrale Einrichtung für rückfallgefährdete Straftäter in Rosdorf wird am Freitag um 10.00 Uhr eröffnet.

Rosdorf - Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) wird heute den Neubau der Sicherungsverwahrung auf dem Gelände der Vollzugsanstalt Rosdorf eröffnen. Die landesweit zentrale Einrichtung für rückfallgefährdete Straftäter hat 45 Plätze.

Schwerverbrecher, die nach Verbüßung der Haft in Sicherungsverwahrung bleiben müssen, haben es in Niedersachsen künftig vergleichsweise komfortabel. Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) hat am Freitag die neue zentrale Sicherungsverwahrung des Landes eingeweiht. Auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf bei Göttingen können ab dem 1. Juni bis zu 45 Männer aufgenommen werden.

Dass die als gefährlich eingestuften Verbrecher wegen der Rückfallgefahr nach Verbüßung ihrer Haftstrafe nicht in die Freiheit entlassen werden, sei möglicherweise nicht immer gerechtfertigt, sagte die Ministerin während einer Feierstunde in der JVA. Denn nicht bei jedem Betroffenen sei eindeutig klar, dass er tatsächlich wieder Straftaten begehen würde. Auch deshalb habe das Bundesverfassungsgericht (BVG) entschieden, dass Sicherungsverwahrte besser untergebracht werden müssen als „normale“ Gefangene.

Die Vorgaben des BVG seien in dem Neubau vorbildlich umgesetzt worden, sagte Niewisch-Lennartz. Es gelte das Prinzip, größtmögliche Sicherheit nach außen zu gewährleisten und gleichzeitig den Betroffenen die größtmögliche Freiheit nach innen zu gewähren.

Den Sicherungsverwahrten stehen in Rosdorf jeweils 23 Quadratmeter große Einzelappartements mit separatem Duschbad, Freizeiteinrichtungen und ein Außenbereich zur Verfügung. Außerdem gibt es ein Behandlungs- und Betreuungsangebot. "Normale" Haftzellen sind nur neun Quadratmeter groß.

Ab dem 1. Juni werden in dem Neubau zunächst 20 Männer untergebracht, die sich derzeit noch in der JVA Celle befinden. Allmählich sollen dann weitere Sicherungsverwahrte nach Rosdorf verlegt werden. In Niedersachsen sitzen nach Angaben des Justizministeriums derzeit 37 Männer in Verwahrung. In Rosdorf werden nach Angaben von JVA-Leiterin Regina-Christine Weichert-Pleuger bei Bedarf zudem Sicherungsverwahrte aus Bremen untergebracht.

Der rund 12,5 Millionen Euro teure dreigeschossige Neubau wurde in rund 13 Monaten fertiggestellt. Zeit- und Kostenplan seien damit eingehalten worden, sagte Niewisch-Lennartz. Das sei bei einem Vorhaben dieser Größenordnung eher ungewöhnlich.

dpa

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