Schneemangel im Harz

Neue Wurmberg-Pisten öffnen erst später

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Foto: Die für Sonnabend geplante Eröffnung des neuen Skigebiets auf dem Wurmberg im Harz muss verschoben werden.

Braunlage - Wegen der zu milden Temperaturen muss die Eröffnung des neuen Skigebiets auf dem Wurmberg verschoben werden. Selbst für Kunstschnee war es in den vergangenen Tagen noch zu warm.

Die für Sonnabend geplante Eröffnung des neuen Skigebiets auf dem Wurmberg im Harz muss verschoben werden. Wegen der milden Temperaturen können die Beschneiungsanlagen zurzeit keinen künstlichen Schnee produzieren. Kritiker fühlen sich bestätigt, dass das 12 Millionen teure Projekt auf dem Wurmberg nicht funktionieren wird. „Unsere Befürchtungen sind eingetroffen“, sagt Friedhart Knolle vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Leiter des Wurmbergprojekts, Dirk Nüsse, spricht dagegen lediglich von „Startschwierigkeiten“.

Seit Beginn des Jahres wurde auf dem Wurmberg ununterbrochen gearbeitet, um das neue Skigebiet zu bauen. Alles ist planmäßig fertig geworden: Es gibt neue Pisten und Lifte, eine Reifenrodelstrecke für Kinder, Flutlicht und eine der modernsten Beschneiungsanlagen, die künftig für Schneesicherheit auf dem nur 971 Meter hohen Wurmberg sorgen soll. 100 Tage weiße Pisten, verspricht sich Dirk Nüsse von seinem Projekt - und damit wesentlich mehr Touristen für den trister gewordenen niedersächsischen Harz.

Doch an die 100 Tage Schneesicherheit auf dem Wurmberg hat der härteste Gegner des Projekts, Friedhart Knolle, noch nie geglaubt. „Für die Beschneiung müssen die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Und diese relativ warmen Dezember, wie wir ihn auch zurzeit erleben, sind für den Harz seit 20 Jahren nichts Ungewöhnliches mehr. Wie soll das funktionieren?“, fragt Knolle. Der BUND hatte im Jahr 2012 gegen die Rodung des besonders schützenswerten Fichtenwaldes geklagt, seine Klage später aber zurückgezogen.

Dirk Nüsse gibt nichts auf die Kritik, er ist nach wie vor von dem Projekt überzeugt. Technische Startschwierigkeiten hätten dazu geführt, dass die Schneekanonen an den sehr kalten Tagen Anfang Dezember, vor dem Sturm „Xaver“, nur eingeschränkt arbeiten konnten. „Ein ganzer Strang unserer Schneelanzen war ausgefallen. Bis wir den Fehler gefunden hatten, war es schon wieder zu warm zum Beschneien“, erklärt er das Problem. Normalerweise hätten diese fünf kalten Tage ausgereicht, um das gesamte Gebiet zu beschneien, so der Ingenieur. Und dann hätte auch die Eröffnungsfeier wie geplant stattfinden können.

Die ist nun erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben. „Für uns ist das sogar ganz gut, dann können wir die Parkplätze in Ruhe fertigstellen“, sagt der Bürgermeister der Stadt Braunlage, Stefan Grote, mit einem Augenzwinkern. Braunlage hatte zwei Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen am Hang des Wurmberges gesteckt. Grote ist weiterhin ein großer Unterstützer des Projektes: „Wir hatten hier schon ganze Winter ohne Schnee - aber kalt geworden ist es noch in jedem Jahr“, sagt er. Die Beschneiungsanlage sei für den Ort Braunlage und den Tourismus im Harz von großer Bedeutung. Wann es endlich künstlich weiß werden kann, ist noch nicht klar. „Sobald die Temperaturen es zulassen, legen wir los“, sagt Nüsse.

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