Promillegrenze

Neues Alkohol-Limit für Radfahrer?

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Foto: Die Promillegrenze für Radfahrer soll sinken.

Goslar - Wer nach der letzten Partynacht mit Fahrrad nach Hause fahren will, muss bald wohl auf das ein oder andere Bier verzichten. Bisher gilt für Radfahrer der Alkohol-Grenzwert von 1,6 Promille - doch damit könnte bald Schluss sein.

Radfahrer müssen sich nach dem Willen von Experten möglicherweise auf niedrigere Alkohol-Grenzwerte einstellen. Vor Beginn des Verkehrsgerichtstages im niedersächsischen Goslar verlangten die Deutsche Verkehrswacht, der Verkehrssicherheitsrat und mehrere Verkehrsclubs die Einführung einer 1,1-Promille-Grenze. Ab diesem Wert müssten Fahrradfahrer zumindest mit einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren rechnen. Bisher gilt für Fahrradfahrer der Alkohol-Grenzwert von 1,6 Promille. Wer weniger Alkohol im Blut hat und unauffällig fährt, muss nicht mit Sanktionen rechnen. Zum Verkehrsgerichtstag werden in der kommenden Woche rund 1.900 Fachleute erwartet. Sie wollen in Goslar über aktuelle Verkehrsthemen beraten.

Die Zahl der alkoholisierten Fahrradfahrer, die an Unfällen mit Personenschaden beteiligt waren, ist seit einigen Jahren relativ konstant. Nach einer vom ACE Auto Club Europa zum Verkehrsgerichtstag verbreiteten Studie lag sie 2010 bei knapp 3500. Im Jahr 2013 standen von gut 77 000 Radfahrern, die an einem Unfällen mit Personenschaden beteiligt waren, 3432 unter Alkoholeinfluss. Dieser Anteil liegt mit gut 4,4 Prozent deutlich höher als bei Auto- (2,3) und Motorradfahrern (1,4 Prozent). Fast jeder vierte betrunkene Fahrradfahrer wies einen Alkoholwert von mehr als zwei Promille auf. Der überwiegende Anteil der Radfahrer, die alkoholisiert in Unfälle mit Personenschäden verwickelt waren, sind Männer (87,4 Prozent).

Was meinen Sie? Bisher gilt für Radfahrer der Alkohol-Grenzwert von 1,6 Promille. Experten plädieren jetzt für die Einführung einer 1,1-Promille-Grenze. Was sagen Sie dazu? Richtig so, der bisherige Grenzwert ist viel zu hoch. Der Vorschlag ist richtig, aber 1,1 Promille sind immer noch zu viel. Von mir aus darf die alte Grenze bestehen bleiben. // set a new cookie with expiry ten minutes function setPollCookie() { expiry = new Date(); expiry.setTime(expiry.getTime()+(10*60*1000)); document.cookie = "LastURIPoll=;path=/;expires=" + expiry.toGMTString(); }

Radfahrern drohen bei Ordnungswidrigkeiten zum Teil empfindliche Bußgelder. Werden andere gefährdet oder kommt es zu einem Unfall, wird es jeweils noch deutlich teurer. Einige Beispiele:

5 Euro: Freihändig Fahren; Mitnehmen von Kindern über sieben Jahren oder von Erwachsenen.

10 Euro: Aufmerksamkeit durch Musik aus Kopfhörern beeinträchtigt.

15 Euro: Bremse oder Klingel funktionieren nicht; Radeln in einer Fußgängerzone.

20 Euro: Licht funktioniert nicht; beschilderten Radweg nicht benutzt; auf dem Radweg in falscher Richtung unterwegs.

25 Euro: Haltezeichen von Polizisten nicht beachtet; Telefonieren mit einem Handy beim Radfahren.

40 Euro: Fehlverhalten gegenüber Fußgängern am Zebrastreifen.

60 Euro: Missachten des Ampel-Rotlichts.

100 Euro: Die missachtete Ampel war länger als eine Sekunde auf Rot.

350 Euro: Bahnübergang trotz geschlossener Halbschranke überquert.

dpa

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