Familiendrama

Neuss: Tatverdächtiger ins Ausland geflohen

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Blumen und Kerzen stehen vor einer Haustür in Neuss. In einer Wohnung des Hauses haben Polizeibeamte am Montagabend die Leichen eines vierjährigen Jungen, eines achtjährigen Mädchen sowie ihrer 26 Jahre alten Mutter gefunden.

Neuss - Nach dem Familiendrama von Neuss hat sich der verdächtige Vater ins Ausland abgesetzt. Die Ermittler vermuten ihn auf dem Weg in den Irak. Dort wäre er für die Fahnder unerreichbar.

Der mutmaßliche Todesschütze von Neuss, der seine Ehefrau und seine beiden Kinder umgebracht haben soll, hat sich noch am Tattag in die Türkei abgesetzt. Dies hätten Ermittlungen der Mordkommission ergeben, teilte die Polizei Neuss am Donnerstag mit. Die Fahnder gehen davon aus, dass der 35-Jährige weiter in sein Geburtsland Irak fliehen will oder schon dort ist.

Sollte ihm die Flucht in den Irak gelingen, gebe es dort mangels Rechtshilfe- und Auslieferungsabkommen keine Möglichkeit zu weiteren Ermittlungen, sagte ein Sprecher. Nach dem Mann wird international gefahndet.

Der als gewalttätig bekannte Deutsche soll am Montag seine 26 Jahre alte Frau, seinen vierjährigen Sohn und seine achtjährige Tochter in der gemeinsamen Wohnung im rheinischen Neuss erschossen haben. Sein Motiv könnten Trennungsabsichten seiner Ehefrau gewesen sein.

Der Ehemann sei bereits ausgereist, als die Tat noch nicht entdeckt war. "Offensichtlich hat sich der Gesuchte zeitnah zur Tat in einem Reisebüro ein Flugticket besorgt", so die Polizei. Weil der genaue Todeszeitpunkt der Familie aber noch nicht feststeht, ist noch offen, ob der 35-Jährige das Ticket vor oder nach der Tat gekauft hat. Die Polizei hofft dazu auf ein Gutachten der Rechtsmedizin, das in den nächsten Tagen erwartet wird.

dpa

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