Bombenterror bei Marathon

Newsticker: Alle aktuellen Informationen zum Anschlag in Boston

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Foto: Bei den Bombenanschlägen starben am Montag drei Menschen, darunter ein achtjähriger Junge, der seinem Vater an der Ziellinie zujubeln wollte.

- Bei dem Bomben-Attentat auf den Marathon in Boston starben drei Menschen, mehr als 170 wurden verletzt. Wer hinter den Bomben steckt, ist noch unklar. HAZ.de hält Sie den ganzen Tag über auf dem Laufenden.

+++ 19.44 Uhr: Spanien hat nach Medieninformationen seinen Konsul Pablo Sanchez Teran in Boston abgesetzt. Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo begründete den Rauswurf mit "inakzeptablem" Verhalten des Konsuls. Mehrere Spanier hatten sich darüber beschwert, dass sie vom Konsulat in Boston weder Hilfe noch Informationen bekommen hätten. Teran hatte sein Büro am Montagabend pünktlich um 18 Uhr Ortszeit geschlossen.

+++ 18.47 Uhr: Die beim Boston-Marathon explodierten Bomben steckten nach CNN-Informationen in Dampfkochtöpfen. Die Behälter wiederum seien in schwarzen Rucksäcken verstaut gewesen, berichtete der Sender am Dienstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. Bereits am Morgen hatte es Berichte gegeben, dass nach einem dunkelhäutigen Mann gesucht werde, der mit zwei Rucksäcken gesehen worden sei. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür aber zunächst nicht.

+++ 18.20 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat das Blutbad von Boston jetzt als Terrorakt bezeichnet. "Jedes Mal, wenn Bomben benutzt werden, um unschuldige Zivilisten ins Visier zu nehmen, ist es eine terroristische Gewalttat", sagte Obama am Dienstag im Weißen Haus. Man wisse aber noch nicht, wer genau dahinter stecke. Am Montag hatte Obama das Wort Terrorismus noch vermieden.

+++ 17.41 Uhr: Zahlreiche Menschen haben damit begonnen, Blumen an einem Polizei-Absperrgitter nahe dem Ort der Explosionen niederzulegen. Viele Teilnehmer des Marathons kamen in ihrer offiziellen blau-gelben Lauf-Kleidung, um den Opfern und ihren Angehörigen zu gedenken.

+++ 17.35 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat zu Ehren der Opfer angeordnet, die Flaggen am Weißen Haus und an allen öffentlichen Gebäuden im Land auf halbmast wehen zu lassen. Die Anordnung gilt bis Sonnabend.

+++ 17.30 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat mehr als 1000 Nationalgardisten nach Boston geschickt. Das teilte Generalstabschef Martin Dempsey mit. Medienberichten zufolge werden die Frauen und Männer unter anderem bei der Sicherung des Tatorts helfen. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel nannte den Anschlag einen "grausamen Akt des Terrors".

+++ 16.40 Uhr: Der sonst so hektische Börsenalltag an der Wall Street stand nach dem Anschlag einen Moment still: Kurz vor Öffnung der Märkte am Dienstagmorgen (Ortszeit) gab es an der New York Stock Exchange (NYSE) und der Technologiebörse Nasdaq eine Schweigeminute.

+++ 16.38 Uhr: Die Sicherheitsbehörden für den Marathon am 28. April in Düsseldorf sehen keine erhöhte Gefahr. "Die Veranstalter in Düsseldorf haben umgehend reagiert und sich mit den örtlichen Sicherheitsbehörden in Verbindung gesetzt", hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. "Seitens der Feuerwehr und den zuständigen Sicherheitsbehörden wird für den Marathon Entwarnung gegeben." Das Düsseldorfer Sicherheitskonzept greife. Die Feuerwehr Düsseldorf verfüge über zahlreiche hochwertige und aktuelle Einsatzpläne zu verschiedenen Ereignissen.

+++ 16.04 Uhr: Über die beiden explodierten Bomben hinaus sind keine weiteren Sprengsätze gelegt worden. Das teilte der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, auf einer Pressekonferenz mit. Zunächst hatte es in Medienberichten geheißen, dass möglicherweise zwei oder drei weitere Sprengsätze entdeckt worden seien, die glücklicherweise nicht funktioniert hätten. Patrick zufolge fand die Polizei mehrere verdächtig erscheinende Gegenstände, die vorsichtshalber gesprengt worden seien. Dabei habe es sich aber nicht um Bomben gehandelt. Die Zahl der Verletzten bei den Explosionen gab der Gouverneur mit mehr als 150 an.

+++ 15.36 Uhr: Die Anschläge von Boston haben in Deutschland eine neue Debatte über die Vorratsdatenspeicherung ausgelöst. In der CSU sprach sich der Innenexperte Hans-Peter Uhl für deren Wiedereinführung aus. Es wäre zwar töricht zu behaupten, dass die Vorratsdatenspeicherung allein Terrorakte verhindern könne, sagte Uhl. Die Datenspeicherung sei aber "ein wichtiger Baustein, und auf den kommt es auch an". Der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) warf Uhl vor, die Vorfälle in Boston für seine politischen Ziele ausnutzen zu wollen. "Die CSU sollte endlich damit aufhören zu behaupten, dass Einschnitte in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger automatisch mehr Sicherheit brächten", sagte Hahn. Der Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck schloss sich der Kritik an: "Uhls faktenlos gestellte Forderung ist pietätslos und reflexhaft." Uhl solle erste Erkenntnisse und Untersuchungsergebnisse abwarten, bevor er nach der "verfassungswidrigen" Vorratsdatenspeicherung rufe. Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast erklärte, die Explosionen dürften nicht Anlass für "populistische Forderungen" sein.

+++ 15.05 Uhr: Nach den Anschlägen müssen Reisende an den Flughäfen der USA mit längeren Wartezeiten rechnen. US-Präsident Barack Obama und Heimatschutzministerin Janet Napolitano haben "Maßnahmen" angekündigt, "um die Menschen zu schützen und die Sicherheit in den USA zu erhöhen". Viele Flughäfen haben daraufhin ihre Kontrollen verstärkt - was die ohnehin langen Warteschlangen noch länger machen könnte. An vielen Bahnhöfen und Flughäfen der USA patrouillieren Sicherheitskräfte mit Sturmgewehr und Helm.

+++ 14.33 Uhr : Papst Franziskus hat seinen Schmerz über die "sinnlose Tragödie" in Boston geäußert und versichert, für die Opfer zu beten. Der Papst sei zutiefst betroffen über den Verlust von Menschenleben und die schweren Verletzungen durch den Gewaltakt beim Boston-Marathon, heißt es in einem Telegramm an Kardinal Sean O'Malley, den Erzbischof der US-Metropole. Zugleich appellierte der Papst in dem von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone unterzeichneten Telegramm vom Dienstag an die Bevölkerung Bostons, das Böse nicht mit Bösem, sondern mit vereinten Kräften mit Gutem zu bekämpfen. Gemeinsam sollten sie am Aufbau einer gerechteren, freieren und sichereren Gesellschaft für künftige Generationen mitarbeiten.

+++ 14.27 Uhr: Erste Hinweise auf den Täter? FBI-Beamte haben nach US-Medienberichten einen jungen saudischen Staatsbürger vernommen. Außerdem sei eine Wohnung in einem Mietkomplex in der Kleinstadt Revere nahe Boston durchsucht worden. Es gebe aber bisher keine Festnahmen, und es habe sich auch niemand zu der Tat bekannt, hieß es am Dienstagvormittag (Ortszeit) unter Berufung auf die Ermittlungsbehörden weiter. Der vernommene Mann aus Saudi-Arabien soll mit einem Studentenvisum in die USA gekommen sein. Er liege mit einer Beinverletzung im Krankenhaus. Dem Sender CBS zufolge wird er von der Polizei bewacht. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber zunächst nicht. Der Sender CNN zeigte Bilder von dem Mietkomplex und von Polizisten, die anscheinend Kartons mit Gegenständen aus einer Wohnung in dem Hochhaus trugen. CBS zufolge könnte es sich um die Wohnung des jungen Studenten handeln. Nach CNN-Angaben erfolgte die Durchsuchung mit Zustimmung des Bewohners.

+++ 14.03 Uhr: Weltweit haben Politiker den Betroffenen ihrBeileid ausgesprochen und die Anschläge scharf verurteilt: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die "sinnlose Gewalt". Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem barbarischen Verbrechen.

+++ 13.37 Uhr: Die pakistanischen Taliban haben jede Beteiligung an den Terroranschlägen von Boston dementiert. "Wir sind nicht involviert gewesen", sagte der Sprecher der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), Ehsanullah Ehsan, am Dienstag per Telefon gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Wir wissen nicht, wer den Angriff ausführte und was die Absicht dahinter war." Daher könne die TTP die Anschläge noch nicht kommentieren, sagte Ehsan. Die TTP hatte die Verantwortung für einen gescheiterten Autobombenanschlag auf dem New Yorker Times Square im Jahr 2010 übernommen und den USA mit Anschlägen gedroht.

+++ 13.20 Uhr: Der Bombenanschlag in Boston hat Entsetzen und Empörung in der Welt des Sports ausgelöst. Dennoch soll der nächste große Marathon am Sonntag in London stattfindet. Das kündigte Cheforganisator Nick Bigel am Dienstagmittag an. Allerdings soll das Sicherheitskonzept noch einmal überprüft werden. Derweil hat ein prominenter Gast sein Erscheinen bereits bestätigt: Prinz Harry wird trotz der veränderten Sicherheitslage nach den Bostoner Anschlägen in London dabei sein. Der 28-Jährige werde wie geplant die Ehrungen der Gewinner in den verschiedenen Kategorien übernehmen und freiwillige Helfer treffen, hieß es am Dienstag vom Palast.

++ 12.59 Uhr: Etliche deutsche Politiker haben sich inzwischen zu den Anschlägen geäußert. "Nichts rechtfertigt einen so heimtückischen Angriff auf Menschen, die sich zu einer friedlichen Sportveranstaltung zusammengefunden hatten", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zeigte sich schockiert, betonte aber, dass sich die Sicherheitslage in Deutschland nicht verändert habe. Auch SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat die Attentate scharf verurteilt. "Die brutalen und hinterhältigen Bombenanschläge von Boston haben uns alle tief getroffen. Die tragischen Bilder machen uns fassungslos", sagte Steinmeier

+++ 12.11 Uhr: Bislang hat sich noch niemand zu den Anschlägen bekannt. In Ermittlerkreisen heißt es, der Zeitpunkt des Angriffs spreche für einheimische Extremisten, die einen mächtigen Staat ablehnen. Am Montag wurde in Massachusetts der Patriots' Day begangen, der an den Unabhängigkeitskrieg erinnert. Als zweite Möglichkeit wird ein islamistischer Hintergrund diskutiert. Hierfür spreche laut Experten die Vorgehensweise: Die Zündung von zwei Sprengsätzen in kurzem zeitlichen Abstand voneinander bei einem Großereignis sei die Art von Angriff, die etwa von einem Islamistenmagazin propagiert werde, das im Internet von der Al-Quaida-Gruppe aus dem Jemen verbreitet werden. Gesicherte Erkenntnisse über die Täter gibt es indes noch nicht.

+++ 12.08 Uhr: Nachdem die Bundespolizei FBI die Federführung bei den Ermittlungen übernommen hat, soll jetzt auch der Geheimdienst CIA maßgeblich beteiligt sein.

+++ 12.02 Uhr: Erste Informationen zu den Sprengsätzen: Ein hochrangiger Polizist, der namentlich nicht genannt werden wollte, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von zwei Sprengsätzen aus Schießpulver, die unter anderem mit Metallkugeln versehen gewesen seien. Zuvor hatten mehrere Fachleute den Verdacht geäußert, dass es sich um einheimische Terroristen handeln könnte, da Sprengsätze anderer Bauart ein noch größeren Schaden hätten anrichten können.

+++ 11.47 Uhr: Offenbar gehen die US-Sicherheitsbehörden ersten Hinweisen auf die Täter nach. Unbestätigten US-Medienberichten zufolge sei die Wohnung eines Verdächtigen durchsucht worden.

+++ 11.45 Uhr: Trotz des Anschlags von Boston will die Hamburger Polizei die Sicherheitsvorkehrungen für den am Sonntag geplanten Marathon vorerst nicht ändern. Das Sicherheitsniveau bei der Großveranstaltung sei mit mehr als 400 Polizisten ohnehin hoch, sagte eine Sprecherin. Es gebe keine Hinweise auf bevorstehende Anschläge. Am Sonntagf indet in Hamburg der 28. Marathon mit Tausenden Teilnehmern statt.

+++ 11.28 Uhr: Die Veranstalter des Berlin-Marathons wollen nach dem Anschlag in Boston ihr Konzept überprüfen. Der Lauf soll am 29. September stattfinden. "Wir müssen erörtern und die Information bekommen, was jetzt wirklich in Boston passiert ist", sagte Renndirektor Mark Milde. Derweil haben die Organisatoren der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Moskau bereits schärfere Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. "Es wird bereits im Vorfeld zusätzliche Kontrollen der Besucher sowie der Stadien und Hallen geben", sagte der Präsident des Russischen Leichtathletikverbands.

+++ 11.00 Uhr: Das Bundesinnenministerium hat keine Erkenntnisse über eine gestiegene Terrorgefahr in Deutschland. "Die Sicherheitslage in Deutschland ist unverändert", sagte ein Sprecher.

+++ 10.30 Uhr: Auf der Teilnhemerliste des Bostons-Marathons sind auch fünf Teilnehmer aus Hannover sowie ein Läufer aus Neustadt am Rübenberge verzeichnet. Ob sie unverletzt blieben, ist bislang unklar. Das Auswärtige Amt teilte am Vormittag mit, dass es bislang keine Hinweise darauf gebe, dass unter den drei Toten und mehr als Hundert Verletzten auch deutsche Staatsbürger seien.

mic/dpa/rtr

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