Millioninvestition in Bahnstrecke

Niederländer wollen schneller nach Bremen

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Foto: Die Niederlande investieren in die IC-Verbindung zwischen Groningen und Bremen.

Groningen/Leer - Deutschland zögert, die Niederlande aber wollen Millionen investieren. Der Ausbau der Bahnstrecke von Groningen nach Bremen hat für das Nachbarland hohe Priorität – am liebsten soll ein IC gleich nach Hamburg durchfahren. Aber lässt sich das Projekt finanzieren?

Mit Millioneninvestitionen wollen die Niederländer die Bahnverbindung von Groningen über Leer nach Bremen ausbauen. Wie die Provinz Groningen am Mittwoch mitteilte, stellt sie für den Ausbau der Regionalstrecke auf niederländischer Seite 85 Millionen Euro zur Verfügung. Ab 2018 sollen auf der Verbindung Schnellzüge im Berufsverkehr eingesetzt werden, die zweimal täglich auch nach Leer fahren.

Der langfristige Wunsch der Provinz ist jedoch eine schnelle durchgehende Verbindung ohne Umsteigen von Groningen bis Bremen, wenn möglich auch eine Intercity-Verbindung von Amsterdam über beide Städte bis nach Hamburg. Die Fahrzeit von Groningen nach Bremen soll auf zwei Stunden reduziert werden, derzeit dauert die Fahrt über die Grenze noch 45 Minuten länger.

Für einen Ausbau auch auf deutscher Seite rühren die Niederländer derzeit die Werbetrommel - die Deutsche Bahn hat bisher für IC-Züge auf der Route aber keinerlei Potenzial gesehen. Mit den Regionalbahnen zwischen Groningen und Leer pendeln derzeit nämlich nur 300 bis 400 Reisende täglich über die Grenze. Dass es auf der Verbindung aber durchaus Nachfrage gibt, beweist das Unternehmen Public Express, das bereits seit zehn Jahren Schnellbusse zwischen beiden Städten pendeln lässt. Achtmal täglich fahren die Busse, es gibt 170.000 Reisende pro Jahr.

Für einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau für höheres Tempo und die Elektrifizierung werden etwa 500 Millionen Euro veranschlagt, bleibt die Strecke abschnittsweise eingleisig, ist die Summe geringer. Eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan ist zweifelhaft, die Aussicht auf eine Finanzierung auf diesem Wege in absehbarer Zeit ebenfalls. Ins Gespräch gebracht worden ist aber auch die Möglichkeit eines Staatsvertrages über das Projekt zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Das Land Niedersachsen will in Kürze offiziell zu den Wünschen der Niederländer nach einer besseren Anbindung Stellung beziehen. Ein Ausbau der zwischen Oldenburg und Leer überwiegend eingleisigen Verbindung nämlich könnte auch dem Güterverkehr dienlich sein. Züge aus dem JadeWeserPort in Wilhelmshaven erhielten eine Alternative zu der überlasteten Route über Bremen und könnten via Oldenburg und Leer auf der Emslandstrecke Richtung Ruhrgebiet fahren.

dpa

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