Mann aus Walsrode

Niedersachse löst Großeinsatz im US-Konsulat aus

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Das US-Konsulat in Berlin wurde am Donnerstag teilweise geräumt, nachdem mehrere Menschen plötzlich über Atemwegsprobleme geklagt hatten.

Berlin/Hannover - Ein Mann kommt in das US-Konsulat in Berlin. Kurz nachdem sein Pass kontrolliert wurde, wird Großalarm ausgelöst. Der Mann mit dem verdächtigen Pass - nach HAZ-Informationen ein 38-Jähriger aus Walsrode - bekommt von alldem aber so gut wie nichts mit.

Auch in Berlin war gestern die Aufregung groß. Das US-Konsulat im Stadtbezirk Dahlem wurde am Vormittag teilweise geräumt, Polizei und Feuerwehr rückten zu einem mehrere Stunden andauernden Großeinsatz aus. Auslöser für den Alarm im US-Konsulat war ein verdächtiger Reisepass aus Albanien. Als der Besitzer des Passes das Dokument am Vormittag im Konsulat vorgelegt hatte, klagten plötzlich mehrere Mitarbeiterinnen über Atemwegsprobleme. Mit Blick auf die derzeitigen Angriffe auf US-Einrichtungen in der arabischen Welt löste der Sicherheitsdienst sofort Alarm aus. Die Feuerwehr sprach zunächst von einer ominösen Substanz, das Gebäude wurde abgesperrt. Gefunden wurde aber nichts.

Bei dem Mann mit dem verdächtigen Pass handelt es sich nach Informationen der HAZ um einen 38-Jährigen aus Walsrode. Der mit einer Deutschen verheiratete Albaner, der seit zwanzig Jahren im Heidekreis lebt, war am Donnerstagmorgen mit seiner dreijährigen Tochter im Auto nach Berlin zum US-Konsulat gefahren, um ein Visum für einen Familienbesuch in Boston zu beantragen. Im Konsulat gab der 38-Jährige die erforderlichen Formulare sowie einen neuen Pass ab, den er sich erst vor vier Wochen bei einem Urlaub in Tirana ausstellen lassen hatte. „Die Frau, die meine Papiere nahm, bekam plötzlich einen starken Hustenanfall“, berichtete der Mann am Abend auf der Heimfahrt nach Walsrode. „Sie hat kaum noch Luft bekommen, ich dachte, sie hat etwas verschluckt.“

Von den Ängsten, die der Vorfall im amerikanischen Konsulat auslöste, habe er so gut wie nichts mitbekommen. Mit seiner Tochter habe er, wie rund ein Dutzend anderer Besucher, drei bis vier Stunden im Wartezimmer ausharren müssen. „Sie sagten gleich, es sei falscher Alarm gewesen, anscheinend Schimmel auf meinem Pass.“ Er sei von dem Hinweis, dass er der Auslöser für den ganzen Trubel war, völlig überrascht gewesen, sagte der Walsroder. „Sie haben sich aber gleich bei mir entschuldigt und gesagt, es sei alles in Ordnung.“

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