Neue Stationen im Zugverkehr

Niedersachsen bekommt 30 zusätzliche Bahnhöfe

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Foto: Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies will 30 kleinen Bahnhöfen, die im Laufe der Zeit geschlossen wurden, zu einem Comeback verhelfen.

Hannover - Das Land will in den kommenden Jahren bis zu 30 Bahnstationen reaktivieren oder neu bauen. Auch in Hannover soll mindestens eine neue S-Bahn-Station entstehen.In unserer interaktiven Karte sehen Sie, wo es bald wieder – oder erstmals – einen Bahnhof geben wird.

„Zehn davon können wir hoffentlich kurzfristig realisieren“, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) am Montag bei der Vorstellung der Pläne. Dazu gehören unter anderem Kirchlinteln (Landkreis Verden), Osnabrück-Rosenplatz und Hildesheim-Himmelsthür. In Hannover soll eine neue S-Bahn-Station mit Umsteigeanlage zur Stadtbahn in Waldhausen entstehen. Mit dem Bau werde frühestens 2020 begonnen, sagte Regionssprecher Klaus Abelmann.

In den vergangenen Jahren waren immer wieder kleine Bahnhöfe geschlossen worden. Zwischen den größeren Stationen verkürzte sich dadurch die Fahrtzeit, allerdings nutzten dadurch auch weniger Reisende die Züge. Die Bahn prüft momentan unabhängig vom Land die Wiederöffnung von 60 Bahnhöfen in Niedersachsen.

Die Landesregierung wolle die Mobilität in der Fläche stärken, betonte Lies. Im Bereich der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), der ganz Niedersachsen mit Ausnahme der Region Hannover und des Großraums Braunschweig umfasst, haben Kommunen 38 Stationen für eine Reaktivierung vorgeschlagen. Diesen seien nach bestimmten Kriterien überprüft worden, sagte der SPD-Politiker. Dazu gehörten Fragen wie: Liegt die nächste Station im Umkreis von mindestens drei Kilometern? Wird der Haltepunkt von einer Regional- oder S-Bahn bedient? Steigen mindestens 200 Menschen pro Tag ein und aus?

Nach dieser Prüfung seien im Bereich der LNVG 21 Stationen übriggeblieben, erläuterte der Minister. Die ersten dieser Bahnhöfe sollen möglichst 2017 reaktiviert werden. Neun weitere Stationen liegen in der Region Hannover und im Bereich des Zweckverbands Großraum Braunschweig. Derzeit gibt es im Land 360 Bahnstationen. Über die ausgewählten Bahnhöfe hinaus könnten in Zukunft noch weitere ans Netz gehen, betonte Lies.

Zurzeit gehe man von mindestens
 30 Millionen Euro Kosten für das Vorhaben im Bereich der LNVG aus, sagte Joachim Ebinger, Projektleiter bei der Verkehrsgesellschaft. Das Land übernimmt 75 Prozent der Kosten, die Kommune muss die restlichen 25 Prozent tragen. Der Landesanteil stammt laut Lies aus den Regionalisierungsmitteln für den Nahverkehr und belastet nicht den Haushalt. Er hofft aber, dass die Bahn einen Teil der Kosten für die Kommunen übernimmt. „Ich führe dazu Gespräche mit der Bahn“, sagte der Verkehrsminister.

S-Bahn-Station Waldhausen kostet 20 Millionen Euro

Auch wenn es sich um ein Gesamtprogramm für Niedersachsen handelt, bestimmen und planen die Region Hannover und der Zweckverband Großraum Braunschweig selbstständig, welche Stationen reaktiviert oder neu gebaut werden sollen. „Wir haben vor Kurzem die Planungen für eine neue 
S-Bahn-Station und eine Umsteigeanlage in Waldhausen wieder aufgenommen“, sagte Regionssprecher Klaus Abelmann. Dort übersteige der volkswirtschaftliche Nutzen die Investitionskosten. Die Kosten beliefen sich nach jetzigem Stand auf 20 Millionen Euro, von denen das Land 75 Prozent übernähme.

Neue S-Bahnhöfe und Umsteigeanlagen am Braunschweiger Platz in Hannover, in Laatzen-Mitte sowie der Station Springe-Deisterpforte würden geprüft, sagte Abelmann weiter. Dort könne aber noch kein Zeithorizont genannt werden.

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