Künstliche Befruchtung

Niedersachsen gibt Millionen für Kinderwunsch aus

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Foto: „Wir wollen Paaren mit Kinderwunsch helfen“: Sozialministerin Aygül Özkan.

Hannover - Paare mit unerfülltem Kinderwunsch bekommen ab sofort finanzielle Unterstützung bei den Kosten einer künstlichen Befruchtung. Das Land stellt dafür vom 1. Januar 2013 an jährlich 1,7 Millionen Euro zur Verfügung, dieselbe Summe gibt der Bund dazu.

Anträge können sofort gestellt werden, wie Sozialministerin Aygül Özkan am Freitag in Hannover erklärte. Das Geld sei gut angelegt, findet die Ministerin. „Die Geburtenrate geht zurück. Jede Maßnahme, die auf mehr Kinder abzielt, ist sinnvoll.“ Im Schnitt werden in Niedersachsen 1,4 Kinder pro Frau geboren.

Seit 2004 übernehmen die Kassen nur noch 50 Prozent der Kosten für die künstliche Befruchtung. Pro Versuch werden 6000 bis 8000 Euro fällig. „Für viele Familien ist dieser Eigenanteil zu hoch“, bemängelt Özkan. Niedersachsen hat sich daher dem Bund angeschlossen. Land und Bund übernehmen von kommendem Jahr an etwa die Hälfte des Eigenanteils der Familien. Die Summe ist je nach Methode auf 1600 bis 1800 Euro begrenzt. Vier Versuche werden unterstützt. Demnach reicht das Geld für 3500 Anträge im Jahr. Die Formulare können im Internet unter www.soziales.niedersachsen.de heruntergeladen werden.

Özkan erklärte, sie würde ungewollt kinderlose Paare gerne noch stärker unterstützen, allerdings seien die Mittel im Landeshaushalt begrenzt. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Bund die vollen Kosten übernimmt“, sagte sie. „Vielleicht können sich die Kassen durchringen und ihren Anteil erhöhen.“ Bis 2004 hätten die Kassen 75 bis 100 Prozent der Kosten übernommen. Danach sei die Zahl der durchgeführten Befruchtungen bundesweit um etwa die Hälfte zurückgegangen. Etwa jede dritte Frau wird nach einer künstlichen Befruchtung laut Özkan schwanger, 14 Prozent würden ein lebendes Kind gebären.

Ausgehend vom Beispiel Sachsen und Sachsen-Anhalt, glaubt die Ministerin, dass die Behandlungen nun wieder zunehmen werden. Beide Länder hatten auf eigene Faust Zuschüsse für künstliche Befruchtungen gegeben. Dort seien die Zahlen danach wieder hochgegangen. Oft müssten die Behandlungen wiederholt werden. Viele könnten sich das dann nicht mehr leisten. „Wir wollen Paaren mit Kinderwunsch helfen.“

Allerdings kommen nicht alle Paare für die Unterstützung in Betracht: Sie müssen verheiratet sein und ihren Hauptwohnsitz in Niedersachsen haben, auch die Behandlung muss im Land stattfinden. Die Frau muss zwischen 25 und 40 Jahren alt sein, der Mann zwischen 25 und 50 Jahren.

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