Erstaufnahmelager für Flüchtlinge

Niedersachsen rüstet sich für Ebola-Fälle

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Berlin - Der Vize-Präsident des Berliner Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, hält eine Einschleppung des Ebola-Virus nach Deutschland für möglich. Niedersachsen rüstet sich in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge gegen mögliche Ebola-Fälle.

"Es gibt ein Risiko, das Risiko ist gering, aber wir müssen natürlich damit rechnen", sagte Schaade am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Die Behörden seien aber gut vorbereitet. "Wir haben entsprechende Übungen gemacht und haben bei den vergangenen Verdachtsfällen gesehen, dass diese Kette sehr gut funktioniert."

Niedersachsen trifft Vorsorge

Gegen mögliche Ebola-Fälle rüstet sich Niedersachsen in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Eine Strategiegruppe treffe Vorsorgemaßnahmen in den Lagern in Friedland, Bramsche und Braunschweig, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Rettungswesen, Polizei sowie Brand- und Katastrophenschutz arbeiteten zusammen. Demnach sind die Gesundheitsstationen nun rund um die Uhr geöffnet, für Untersuchungen wurden separate Räume eingerichtet. Zudem wird das Personal geschult.

Deutschland kann 50 Patienten aufnehmen

Deutschland ist auf die Aufnahme von bis zu 50 Ebola-Patienten vorbereitet. Derzeit ist nach Angaben der Bundesregierung aber kein neuer Fall konkret absehbar. "Momentan stehen 50 Betten bereit, die unmittelbar eingesetzt werden können", sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin.

Deutschland sei auch vorbereit, weitere Patienten ins Land zu lassen - nach den bisher drei Behandlungen nichtdeutscher Helfer auf internationale Anfrage hin in Hamburg, Frankfurt/Main und Leipzig. Das deutschlandweite Netz an Behandlungszentren, die auf hochansteckende Krankheiten spezialisiert seien, genieße auch international einen guten Ruf, so die Sprecherin weiter. "Diese Fälle werden regelmäßig geübt." In Frankfurt, Düsseldorf, München und Hamburg gebe es zudem spezialisierte Flughäfen, an die Flugzeuge umgeleitet werden könnten, wenn dort ein Verdachtsfall auftritt.

Mann in USA bleibt in Quarantäne

In den USA hat sich ein weiterer Ebola-Verdachtsfall offenbar nicht bestätigt. Die Symptome des Mannes entsprächen nicht den Kriterien der Bundesgesundheitsbehörde CDC für Ebola, teilte das Krankenhaus in Boston in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters am späten Sonntagabend mit. "Die Wahrscheinlichkeit einer Ebola-Infektion ist extrem niedrig." Dennoch bleibe der kürzlich aus dem westafrikanischen Liberia eingereiste Mann in Quarantäne. Er klagte über Kopf- und Muskelschmerzen.

Zuvor war bekanntgeworden, dass sich in Texas eine Klinikmitarbeiterin offenbar bei der Behandlungen eines Ebola-Patienten mit dem tödlichen Virus ansteckte. Ein zweiter Test habe die Infektion der Frau bestätigt, teilte die CDC mit. Es war das erste Mal, dass sich ein Mensch in den USA infizierte.

Pflegekräfte in Liberia wollen Gefahrenzulage

Inmitten der Ebola-Krise in Westafrika haben Mitarbeiter des liberianischen Gesundheitswesens einen Streik angekündigt, um Gefahrenzulagen wegen der Epidemie zu erzwingen. Wie ihre Gewerkschaft mitteilte, soll am Montag ein landesweiter Ausstand "in allen Krankenhäusern" beginnen. Betroffen sollen demnach auch Ebola-Behandlungszentren sein. Im größten staatlichen Krankenhaus zur Behandlung von Ebola-Fällen in Monrovia sei bereits in den vergangenen Tagen weniger gearbeitet worden, um die Forderung durchzusetzen, sagte ein Vertreter der Mitarbeiter der Island Clinic in Liberias Hauptstadt.

Ebola-Gerüchte um Fußballstar Essien

Der 18-malige italienische Fußballmeister AC Mailand hat Gerüchte um eine Ebola-Erkrankung seines ghanaischen Mittelfeldstars Michael Essien entschieden zurückgewiesen. "Diese Meldungen entsprechen nicht der Wahrheit und entbehren jeglicher Grundlage", teilte der Klub mit: "Der AC Mailand lehnt diese Berichterstattung kategorisch ab." Zuvor hatten mehrere afrikanische Medien berichtet, der 31-Jährige sei an Ebola erkrankt und befinde sich in Behandlung.

Auch Essien, der seit Januar 2014 bei Milan unter Vertrag steht, widersprach entsprechenden Meldungen. "Ich bin fit und sehr gesund. Die Internet-Gerüchte um eine Ebola-Erkrankung sind falsch. Darüber sollte man keine Witze machen", schrieb WM-Teilnehmer Essien bei Twitter.

dpa/epd/Reuters/afp/sid

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