Überdüngung verhindern

Niedersachsen überwacht Gülle-Entsorgung

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Foto: Um Überdüngung vorzubeugen will Niedersachsen die Gülle-Entsorgung zukünftig strenger überwachen.

Hannover - Die Entsorgung von Gülle in der niedersächsischen Landwirtschaft wird künftig strenger überwacht. Dies solle eine Überdüngung mit gesundheitsschädlichen Folgen für das Grundwasser verhindern, sagte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) am Mittwoch in Hannover.

Agrarminister Gert Lindemann (CDU) will den Landwirten künftig genauer auf die Finger schauen, wenn es um die Entsorgung von Gülle, Hühnerkot und Gärresten aus Biogasanlagen geht. Wo immer ein Bauer die tierischen Exkremente als Dünger verwenden will oder an einen Transportunternehmer weitergibt, muss er das künftig der Landwirtschaftskammer melden - zweimal jährlich.

Lindemann setzt eine entsprechende Verordnung Anfang Juli in Kraft. Hintergrund ist die Sorge, Landwirte in Gebieten mit Massentierhaltung würden zu viel Gülle in ihrer unmittelbaren Umgebung auf die Felder spritzen, anstatt sie auf weiter entfernt liegende Felder zu bringen. Die Pflanzen können die Nährstoffe dann nicht aufnehmen, die Gülle gelangt ins Grundwasser und führt dort zu einer übermäßigen Nitratbelastung. Im Oldenburger Münsterland sind bereits bedenklich hohe Werte im Grundwasser ermittelt worden, das Ministerium ist davon in Kenntnis gesetzt.

Lindemann will auch mit den Niederländern sprechen, damit dortige Landwirte ihre Gülle nicht nach Niedersachsen verfrachten und die Probleme damit noch vergrößern. Der „Gülle-Tourismus“ solle endlich aufhören. Den Grünen reicht das nicht, sie fordern ein Güllekataster, auf dem erfasst wird, wo tatsächlich Gülle verbracht worden ist. Lindemann nennt das Kataster „zu bürokratisch“, aber die Grünen widersprechen - ein solches Kataster sei nicht zu aufwendig, denn es gebe ja schon ein Kataster für Flächenprämien, das lediglich erweitert werden müsse.

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