Expo in Italien

Niedersachsen will Mailänder Modeszene verzaubern

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Hannover - In Sachen Weltausstellung haben die Niedersachsen ja einige Erfahrung: Und so präsentieren am Freitag und Sonnabend mehr als 80 Kulturschaffende ihr Bundesland auf der Mailänder Expo. Zum Auftakt zeigen Modedesign-Studenten der Hochschule Hannover ihr Können.

Für Expos, wie Weltausstellungen abgekürzt heißen, hat Ministerpräsident Stephan Weil spätestens seit dem Jahr 2000 ein Faible – als diese anfangs umstrittene Schau auf dem hannoverschen Messegelände stattfand. Danach hat Weil, der früher Hannovers Oberbürgermeister war, auch andere Expos besucht, etwa die bisher größte in Schanghai im Jahr 2010. Für die Eröffnung der „Niedersachsen-Tage“ auf der Expo in der Modemetropole Mailand brauchte Weil nicht lange überredet werden. So sprach er gestern gern das Grußwort auf dem Expo-Gelände, als im Deutschen Pavillon die Niedersachsen die geistige Führung übernahmen.

Als Repräsentanten des Landes traten neben ihm Gestalten auf, die aus Kinder- und Märchenbüchern weltweit wesentlich bekannter sind als der niedersächsische Landesvater; Der Lügenbaron Münchhausen aus Bodenwerder, dem es als bisher einzigem Niedersachsen gelungen sein soll, auf einer Kanonenkugel zu reiten, und der Rattenfänger aus Hameln, der irgendwann sogar zum Weltkulturerbe zählen soll. Sie präsentieren sich in Ausschnitten aus den Musicals „Rats“ und „Münchhausen“, die im Sommer in Hameln und Bodenwerder gespielt werden. Auch Apfelbauern und -königinnen zeigten auf der Mailänder Expo ihre Früchte.

Weil zeigte sich angetan: „Eine sehr schöne und positive Präsentation des Landes, die sicher anregen wird, Niedersachsen zu besuchen, seine kulturelle und landschaftliche Vielfalt näher zu erkunden und seine Menschen kennenzulernen.“

Unkonventioneller war da schon, was Design-Studenten der Hochschule Hannover in ihrer Modenschau „Nach Neuem Trachten“ präsentierten. Die Gruppe aus Hannover reiste mit einem Team von Models, Friseuren und Fotografen nach Mailand. „Es sind tolle Erfahrungen, auf der Expo mit so einem großen Projekt aufzutreten“, sagte Modedesign-Professorin Martina Glomb. Die Studenten ließen sich für ihre Kollektion von alten Schaumburger Trachten inspirieren. Sie wurden bis vor wenigen Jahren von älteren Frauen in der Region südwestlich von Hannover getragen. Inzwischen wird der Brauch fast nur noch von Trachtenvereinen gepflegt. Die Schau wurde gemeinsam mit der Schaumburger Landschaft umgesetzt.

Deren Geschäftsführer Sigmund Graf Adelmann betonte, dass die Tracht nicht provinziell sei. „Sie wurde von der Mode aus ganz Europa beeinflusst.“ Da schien der Auftritt in Mailand standes- und zeitgemäß.

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