Ein Dorf packt an

Niedersächsische Stadt plant längste Ostereierkette der Welt

Osterholz-Scharmbeck - Es könnte das größte Omelett der Welt werden. Doch Osterholz-Scharmbeck hat einen anderen Rekord im Sinn. Die Bürger der niedersächsischen Stadt blasen zu Hunderten Hühnereier aus, um sie zur längsten bunten Osterkette der Welt aufzufädeln.

"Kindergärten, Schulen, Seniorenheime, die freiwillige Feuerwehr, sogar die Bundeswehr - alle machen mit", freut sich die Initiatorin und stellvertretende Bürgermeisterin Martina de Wolff.

So ist es kein Wunder, dass die Kinder und Jugendlichen der Sambagruppe "Las Estrellas" an diesem Tag im Gemeindehaus Pennigbüttel statt Trommelstöcke Pinsel schwingen. Charlotta hat bereits zehn Eier bemalt, jetzt streut sie auf ein pinkfarbenes Osterei, das farblich genau zu ihren lackierten Fingernägeln passt, noch ein bisschen Goldglitter. Auch ihre Freundin Xenia liebt es glitzernd. Sie hat das Ei zuvor mit grüner Tusche bemalt. Die beiden Zwölfjährigen sind mit Feuereifer bei der Sache, auch wenn Xenias Mutter, Beate Davedeit, sagt: "Die können kein Rührei mehr sehen." Denn zu Hause und auch in dem Seniorenheim, in dem sie arbeitet, gebe es - zugunsten der Aktion - in letzter Zeit viel Rührei.

Ob der Einsatz belohnt wird, bleibt abzuwarten. Als Mindestanforderung für einen Guinness Weltrekord muss die Kette aus mindestens 2.500 Eiern bestehen. Dabei müssen die Hühnereier "nach Osterbrauch ausgepustet, angemalt und so aufgefädelt werden, dass sie sich berühren", beschreibt Olaf Kuchenbecker, Sprecher von Guinness World Records für den deutschsprachigen Raum, die Anforderungen. Neben Osterholz-Scharmbeck hat sich nach seinen Angaben auch die Stadt Reinsberg in Brandenburg für den Rekord angemeldet. Aufgrund deren Anfrage sei die neue Rekordkategorie 2012 überhaupt erst eingerichtet worden.

Rheinsberg scheiterte

In Rheinsberg hatte Daniela Adam im vergangenen Jahr die Idee zur längsten Ostereierkette der Welt. Doch der Rekord sei "aus irgendwelchen Formfehlern" nicht anerkannt worden, sagt die Geschäftsfrau. Ihre Kette sei exakt 5.142 Eier lang gewesen. Trotz der erneuten Anmeldung klingt ihr Ziel dieses Mal bescheiden: "Ich möchte die schönste und längste Ostereierkette Brandenburgs schaffen." Dass die rund dreieinhalb Autostunden entfernte Stadt Osterholz-Scharmbeck ihre Idee aufgegriffen hat, freue sie "super", betont Adam und hat für die Konkurrenz gleich noch einen wohlgemeinten Tipp parat: "Die größte Schwierigkeit ist, die zerbrechlichen Eier wirklich ohne Lücke aneinanderzulegen."

De Wolff und ihre Mitstreiter im Gemeindehaus machen derweil ihre eigenen Erfahrungen. "Die Schalen der Eier vom Bauernhof sind eigentlich ziemlich fest und robust", erklärt die Initiatorin des Osterholz-Scharmbecker Rekordversuchs. Die 37-Jährige war, wie sie sagt, im Internet auf die Ostereierkette gestoßen und hat sich gedacht: "Oster(n)holz-Scharmbeck - der Name ist Programm". Außerdem sei es eine schöne Gelegenheit, die Menschen der rund 30.000 Einwohner zählenden Stadt am Teufelsmoor zusammenzubringen. Mindestens 5.300 Eier sollen am Ostermontag auf Maurerschnur aufgezogen sein, wenn die Kette in der Innenstadt aufgehängt werden soll.

Dabei geht de Wolff selbst mit gutem Beispiel voran. "Statt mit Freunden Essen zu gehen, haben wir letztens einen Omelett-Abend zu Hause gemacht und dafür 60 Eier ausgeblasen", erzählt die Mutter dreier Mädchen, während ihre jüngste Tochter Leandra gerade ein Ei mit Bastelleim einstreicht, damit die Glitzersternchen darauf halten. Der Fantasie der "Las Estrellas" sind keine Grenzen gesetzt. Die Eier sind mit Pailletten, Federn oder auch Lametta verziert oder wie bei der zwölfjährigen Mona mit Muschelglanz. Das Ergebnis an diesem Nachmittag kann sich sehen lassen: 570 Eier reihen sich am Ende aneinander.

dapd

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