Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Nordhorner besorgt über Brandserie

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Foto: Feuerwehrmänner löschen einen Brand in Nordhorn (Niedersachsen).

Nordhorn - In Nordhorn geht die Angst vor einem Feuerteufel um: An zwei Tagen infolge hat es dort gebrannt. In der Nacht zum Montag wurden bei einem Wohnhausbrand acht Menschen verletzt. Ob tatsächlich Brandstifter am Werk waren, ist laut Polizei aber noch offen.

In einer Nacht brennen Autos, in der nächsten Nacht steht plötzlich ein Kinderwagen im Keller eines Mehrfamilienhauses in Flammen - eine rätselhafte Brandserie verunsichert seit dem Wochenende Anwohner im Nordhorner Stadtteil Blanke (Grafschaft Bentheim). „Man kann gar nicht ruhig schlafen“, sagt ein Mann, „es könnte ja sein, dass einem nachts das Haus überm Kopf angesteckt wird.“ Und Feuerwehrsprecher Hendrik Brink bekennt: „Ich gehe jetzt immer mit einem mulmigen Gefühl ins Bett und hoffe, dass nichts passiert.“ Die Polizei will eine 20-köpfige Sonderkommission einrichten, wie Polizeisprecher Rolf Havenga mitteilt.

Besonders groß ist die Angst vor dem Wochenende, denn bislang hat es immer dann gebrannt - zuletzt am Sonntagabend. Um 20.15 Uhr ging ein Notruf bei der Nordhorner Feuerwehr ein: Im Keller eines Mehrfamilienhaus brannte ein Kinderwagen. Weil das Treppenhaus schon voller Rauch stand, musste die Feuerwehr rund 20 Bewohner über Drehleitern retten. Acht Menschen, darunter fünf Kinder, kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Die Bewohner sind derzeit noch immer im Hotel oder in Notunterkünften untergebracht. An dem Großeinsatz waren rund 130 Helfer beteiligt.

Drei Einsätze in der Nacht zu Sonntag

Schon in der Nacht zum Sonntag rückten die Brandschützer gleich zu drei Einsätzen aus. Gegen 2 Uhr brannte ein Mülleimer, den allerdings ein Anwohner selbst löschen konnte, noch bevor die Helfer kam. Wenig später wurde ein Feuer in einer Nachbarstraße gemeldet. Ein Carport mit vier Autos brannte lichterloh. Die Flammen schlugen so hoch, dass schon das Dach des angrenzenden Mehrfamilienhauses in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 100.000 Euro. In dieser Nacht wurde noch ein Auto angezündet. Schon am vorherigen Wochenende hatten in dem Viertel zwei Hecken und ein Transporter gebrannt. Bürgermeister Thomas Berling lobt den vorbildlichen Einsatz der Feuerwehrleute: „Ich bin froh, dass bei keinem der Brände Menschen verletzt wurden.“

Hinweise auf die Täter und deren Motiv hat die Polizei noch nicht. Politische Beweggründe steckten vermutlich nicht hinter den Zündeleien. Schließlich seien nicht nur Luxuslimousinen, sondern auch Kleinwagen in Brand gesetzt worden, sagt Polizeisprecher Havenga.

2009 hatten in der Blanke, die nach Stadtangaben kein Problemviertel ist, schon einmal sechs Wochen lang immer wieder Autos gebrannt, immer am Wochenende. Gefunden wurde der Brandstifter nie. Als die Stadt eine Belohnung auf Täterhinweise aussetze, hörten die Brände auf.

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