RWE-Projekt vor Juist

Nordsee-Windpark verzögert sich weiter

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Bis 2013 wird sich das Großprojekt vor Juist wegen unklarer Haftungsregeln verzögern.

Juist - Das Windpark-Großprojekt des Energiekonzerns RWE vor der Nordseeinsel Juist verzögert sich weiter. Grund sind anscheinend unklare Haftungsregeln. Denn wer dafür aufkommen muss, wenn die Anlagen nicht ans Netz gehen können, ist nicht geklärt.

„Unser Projekt Innogy Nordsee 1 wollten wir eigentlich in der zweiten Jahreshälfte auf den Weg bringen. Die endgültige Entscheidung wird sich aber mindestens bis Anfang 2013 verzögern“, sagte der neue Chef der Ökostromsparte RWE-Innogy, Hans Bünting, dem „Handelsblatt“ (Mittwoch).

Grund für den vorläufigen Investitionsstopp des insgesamt 1000 Megawatt starken Parks sind nach Informationen der Zeitung unklare Haftungsregeln. Bisher sei nicht geregelt, wer verantwortlich ist, wenn Anlagen stehen, aber nicht ans Netz gehen können. Die Frage ist, ob dann der Netzbetreiber das Risiko trägt oder der Stromproduzent.

Die fehlende Anbindung von Offshore-Windparks ist ein großes Problem der Energiewende. Auch beim RWE-Windpark Nordsee-Ost vor Helgoland gibt es deshalb Verzögerungen. Ende Juni war bekanntgeworden, dass RWE hier einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich sieht.

„Solange insbesondere die Haftungsfrage des Netzbetreibers für Verzögerungen und Ausfälle nicht geregelt ist, brauche ich dem Vorstand der RWE AG kein weiteres Projekt vorzuschlagen“, sagte Bünting.

dpa/sag

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