Flutwelle

Oder-Hochwasser wandert weiter nach Norden

- Die Flutwelle auf der Oder wandert weiter nach Norden. Im Süden Brandenburgs, oberhalb der Warthe-Mündung, fielen die Wasserpegel.

Das berichtete das Hochwassermeldezentrum am Montagmorgen. Der Scheitel der Welle bewege sich von Kienitz im Oderbruch in Richtung Hohensaaten (Landkreis Märkisch-Oderland), sagte eine Sprecherin.

Insgesamt war die Lage im Hochwassergebiet an der Oder stabil. Auch in der Nacht zum Montag hielten die Deiche den Wassermassen stand.

Sorgen machten den Experten die Wasserstände der Warthe in Polen. Der Scheitel des Flusses trifft in fünf bis sechs Tagen auf das Oder-Hochwasser im polnischen Kostrzyn. Dadurch werde der Rückgang der Oder verzögert. „Wir erwarten dadurch aber keinen neuen Höchstwasserstand“, so die Sprecherin.

Noch gilt in Frankfurt (Oder) und im angrenzenden Kreis Oder-Spree die höchste Alarmstufe 4, bei der Deiche unterspült werden können. Im Laufe des Montags könnte aber erstmals seit Beginn des Hochwassers für einige Teile Brandenburgs die Alarmstufe aufgehoben werden. Darüber entscheiden die betroffenen Landräte und der Frankfurter Oberbürgermeister.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte am Sonntag bei einem Besuch des Deiches in der Nähe von Küstrin-Kietz (Märkisch- Oderland) vor einem Deichbruch gewarnt. „Wenn etwas bricht, würde das Oderbruch wie eine Badewanne volllaufen.“ Sollte auf polnischer Seite ein Deich brechen, würde sich das nach Angaben von Experten bis hinunter nach Frankfurt (Oder) und Slubice auswirken.

Mittlerweile sind mehr als 1100 Helfer im Einsatz, seit Mittwoch hätten insgesamt fast 4000 Menschen angepackt. Das Landeskatastrophenschutzlager in Beeskow gab seit Beginn des Hochwassers rund 300 000 Sandsäcke, 26 Pumpen, fünf Notstromaggregate, eine Sandsackfüllmaschine sowie Deichfolien aus.

dpa

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