Nach Familiendrama in Groß Ilsede

Öffentliche Trauerfeier für tote Kinder

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Foto: Angehörige und Freunde trauern um die vier getöteten Geschwister. Schulfreunde legten Kerzen, Blumen und Bilder vor dem Haus nieder.

Groß Ilsede - Die Beerdigung der vier getöteten Geschwister in Ilsede soll im privaten Kreis stattfinden. Doch es soll noch eine öffentliche Trauerfeier geben. Unterdessen wurden weitere Details des grausamen Verbrechens bekannt.

Die Beerdigung der vier getöteten Kinder von Groß Ilsede soll in privatem Kreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das erklärte Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes gegenüber der „Peiner Allgemeinen Zeitung“. Es soll laut Brandes aber eine weitere, öffentliche Trauerfeier geben. Der Termin werde noch bekannt gegeben. Mehr sei nicht geplant. Gestern wurden die Leichen der Kinder für die Bestattung freigegeben.

Die Kinder im Alter von zwölf, neun, sieben und fünf Jahren waren am Donnerstagabend von ihrem Vater Andreas S. ermordet worden. Der 36-jährige Vater schwebt nach wie vor in Lebensgefahr und liegt im Klinikum Hildesheim im künstlichen Koma.

Die Mutter der Kinder ist noch nicht von der Polizei vernommen worden. „Wir werden mit ihr sprechen, sobald es ihr Gesundheitszustand zulässt“, sagte Polizeisprecherin Natascha Aust. Dafür gebe es aber noch keinen Termin. Die Mutter war zum Zeitpunkt der Tat am Donnerstagabend in Dänemark im Urlaub. Andreas S. war einige Zeit zuvor aus dem gemeinsamen Haus in Groß Ilsede ausgezogen. Er sollte während des Urlaubs der Mutter auf die Kinder aufpassen. Er kündigte der Mutter die Tat per SMS an. Sie verständigte daraufhin sofort Freunde und Verwandte in Ilsede, die wiederum Polizei und Rettungsdienste alarmierten. Doch da war es bereits zu spät.

Unterdessen wurden weitere grausige Details der Tat bekannt. Der Vater hatte die toten Kinder im Ehebett aufgereiht, sich selbst die Pulsadern aufgeschnitten und weitere Verletzungen zugefügt. Als die Polizisten zum Tatort kamen, fanden sie Andreas S. blutend neben seinen vier toten Kindern. „Er war ansprechbar, redete aber zusammenhanglose Sätze“, erläuterte Polizeisprecherin Natascha Aust.

In einigen Tagen soll das endgültige Obduktionsergebnis der Kriminaltechniker vorliegen. Offen ist zum Beispiel, ob der Vater seine Kinder vor der Tat betäubt hat.

Die Landesschulbehörde schickte gestern zehn Notfallpsychologen nach Groß Ilsede, die dort die Schüler betreuen. Das Team wird dort auch heute noch tätig sein. Die Tochter besuchte das Gymnasium Groß Ilsede. Die mittleren Jungen gingen dort zur Grundschule. Der Jüngste sollte nach den Sommerferien eingeschult werden.

Thorsten Pifan

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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