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Omikron-Variante: Corona-Vakzin von Biontech bei Kindern weniger wirksam

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Von: Tanja Banner

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Die Corona-Impfung für Kinder von Biontech/Pfizer schützt kaum vor einer Infektion, jedoch entsteht ein Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf, zeigt eine neue Studie.
Die Corona-Impfung für Kinder von Biontech/Pfizer schützt kaum vor einer Infektion, jedoch entsteht ein Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf, zeigt eine neue Studie. © Westend61/Imago Images

12-Jährige werden durch die Corona-Impfung von Biontech deutlich besser geschützt als jüngere Kinder, zeigt eine Studie. Forschende haben eine Vermutung.

New York – Seit Ende November ist der Kinder-Impfstoff von Biontech/Pfizer* in der EU für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen, in Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung für fünf- bis elfjährige Kinder mit Vorerkrankungen. Doch nun zeigt eine Studie aus New York, dass das Vakzin bei Kindern offenbar kaum gegen eine Corona-Infektion mit der Variante Omikron* wirkt.

Forschende um Eli Rosenberg vom Gesundheitsministerium des US-Bundesstaats New York haben Daten von Impflingen zwischen fünf und 17 Jahren im Zeitraum von Dezember 2021 bis Januar 2022 gesammelt und diese Daten ausgewertet. Dabei kamen die Forschenden zu einem Ergebnis, das Eltern nicht gefallen dürfte: „In der Omikron-Ära nahm die Wirksamkeit von BNT162b2 [Impfstoff von Biontech/Pfizer, Anm. d. Red.] bei Kindern, insbesondere bei den 5-11-Jährigen, rasch ab“, schreiben die Forschenden in ihrer Studie, die auf dem Pre-Print-Server medRxiv veröffentlicht, jedoch noch nicht von Fachleuten überprüft wurde.

Corona-Impfung schützt bei Kindern zwischen 5 und 11 kaum vor Ansteckung mit Omikron

„Es ist enttäuschend, aber nicht komplett überraschend, wenn man bedenkt, dass der Impfstoff* als Reaktion auf eine frühere Variante entwickelt wurde“, erklärt der Studienleiter, Eli Rosenberg gegenüber der New York Times. „Es ist sehr bedrückend, diesen rapiden Rückgang zu sehen, aber es ist wieder alles gegen Omikron.“ Trotzdem betonen sowohl Rosenberg als auch andere Fachleute gegenüber der US-Zeitung, dass sie die Corona-Impfung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren trotzdem empfehlen. „Wir müssen sicherstellen, dass wir den Doughnut und nicht das Loch betonen“, beschreibt es die Kinder-Impf-Expertin der Vanderbilt University, gegenüber der New York Times. Denn: Die Impfung schützt auch Kinder ab fünf Jahren vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Für die Studie wurden 852.384 frisch doppelt geimpfte Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren sowie 365.502 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren berücksichtigt, der Beobachtungszeitraum (13.12.2021 bis 31.01.2022) liegt auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle in den USA. Die Forschenden stellten fest, dass die Wirksamkeit der Impfung bei den Teenagern in Bezug auf die Verhinderung schwerer Covid-19-Fälle und Hospitalisierungen von 85 Prozent (vor Omikron) auf 73 Prozent (mit Omikron) gesunken ist. Bei den jüngeren Kindern lag die Wirksamkeit gegen schwere Corona-Verläufe der Studie zufolge bei 48 Prozent. Es gibt jedoch eine große Fehlerspanne, da nach wie vor nur wenige Kinder mit schweren Corona-Verläufen ins Krankenhaus kommen.

Omikron-Variante: Corona-Impfung für Kinder ab 12 wirkt besser

Beim Schutz vor einer Corona-Infektion schneidet die Kinder-Impfung jedoch besonders schlecht ab: während der Wert bei den älteren Kindern noch bei 51 Prozent liegt, fällt er bei den kleinen Kindern auf nur noch 12 Prozent. Die Wirksamkeit der Impfung verändere sich drastisch im Alter zwischen 11 und 12 Jahren, berichtet die New York Times: In der Woche, die am 30. Januar endete, habe die Wirksamkeit gegen eine Corona-Infektion bei 12-Jährigen bei 67 Prozent gelegen und bei 11-Jährigen nur bei 11 Prozent.

„Der Unterschied zwischen den zwei Altersgruppen ist auffällig“, findet der Immunologe Florian Krammer. Doch was unterscheidet ein elfjähriges von einem zwölfjährigen Kind? Während Kinder mit 12 Jahren genau wie Erwachsene 30 Mikrogramm des Corona-Impfstoffs erhalten, bekommen jüngere Kinder nur zehn Mikrogramm, erklärt Krammer gegenüber der New York Times. „Das ist hochinteressant, weil es fast den Anschein erweckt, dass die Dosis den Unterschied ausmacht“, erklärt er. „Die Frage ist, wie man das beheben kann.“

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass es wichtig sei, mehr Informationen über die beste Dosierung, Anzahl der Impfungen und den Zeitpunkt der Impfung für Kinder zu sammeln, betont Studienleiter Rosenberg. Bisher ist in den USA wie in Europa für Kinder ab fünf Jahre nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen. Die beiden Unternehmen arbeiten an einem Impfstoff für kleinere Kinder, zuletzt wurden jedoch Rückschläge vermeldet*. Biontech und Pfizer testen nun eine dritte Impfung für Kinder unter fünf Jahren, aber auch eine Booster-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Die Ergebnisse dieser Tests werden in einigen Wochen erwartet. Bei Erwachsenen zeigen Studien, dass drei Impfungen besser gegen die Omikron-Variante des Coronavirus schützen als zwei Impfungen. (tab) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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