Nach Flucht aus der JVA Lingen

Opferanwälte kritisieren Umgang mit Schwerverbrechern

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Die JVA Lingen: Hierhin war der Täter nach seinem Freigang nicht zurückgekehrt.

Osnabrück - Eine Woche war ein Sexualstraftäter flüchtig, bevor er gefasst wurde. Auf seiner Flucht aus der JVA Lingen, soll er eine 13-Jährige missbraucht haben. Deren Anwälte kritisieren den Umgang der Justiz mit Sicherheitsverwahrten.

Nach der Flucht eines 51-jährigen mutmaßlichen Sexualstraftäters aus der Justizvollzugsanstalt Lingen üben die Opferanwälte Birte Wolken-Lammers und Bernhard Weiner grundsätzliche Kritik am Umgang mit Sicherungsverwahrten und Gefängnisinsassen in Niedersachsen. Sie bemängelten im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) den Einsatz von Tagebüchern bei der Entscheidung darüber, ob Sicherungsverwahrte Haftlockerungen erhalten.

Weiner verwies darauf, wie leicht es sei, Tagebücher zu manipulieren und sich damit selbst in ein positives Licht zu rücken. Die Juristen aus Meppen vertreten das 13-jährige Mädchen, das der 51-Jährige während seines Freiganges in Lingen sexuell missbraucht haben soll. Nach ihrer Ansicht sollten Straftäter vor Haftlockerungen durch externe Fachleute geprüft werden.

Der 51-Jährige war Anfang Juni von einem Freigang nicht in die JVA Lingen zurückgekehrt. Er soll während eines Freiganges ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt haben und war seitdem auf der Flucht. Der Flüchtige hatte noch zwei Tage nach dem mutmaßlichen Missbrauch des Mädchens telefonisch Kontakt mit dem Gefängnis gehabt. Zu dem Zeitpunkt hatte das Mädchen die Vergewaltigung bereits bei der Polizei angezeigt.

dpa/sag

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