Herbststurm „Christian“

Orkan fordert mindestens 14 Todesopfer

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Mit bis etwa 170 Kilometer pro Stunde tobt der Sturm über Teile Europas, wie hier über Nordfrankreich.

Berlin - Mit bis etwa 170 Kilometer pro Stunde tobt der Sturm über Teile Europas. Die Folge: Viele Tote, Züge und Flugzeuge, die stillstehen, und Hunderttausende Haushalte ohne Strom.

Die ersten heftigen Herbststürme des Jahres haben in mehreren Ländern Europas mindestens 14 Menschen getötet. In Deutschland starben seit Sonntag sieben Menschen durch Sturmböen von mancherorts mehr als 170 Kilometern pro Stunde. Großbritannien registrierte am Montag vier Todesopfer, die Niederlande, Frankreich und Dänemark je eines.

Tief „Burkhard“ und Orkantief „Christian“ hatten von Westen her Regenfälle und Orkanböen bis Stärke zwölf über Teile Europas gebracht. Besonders in Norddeutschland herrschte Bahn-Chaos, weil Züge ausfielen. Vielerorts kippten Lastwagen auf Straßen. Flugzeuge blieben am Boden. In Frankreich und Großbritannien waren Hunderttausende Haushalte ohne Strom.

Im Süden Großbritanniens starben am Montag mindestens vier Menschen, zudem galten zwei als vermisst. Eine 17-Jährige schlief in der Grafschaft Kent in einem Wohnwagen, als ein Baum auf ihn fiel und sie tötete. Ein Mann starb nördlich von London in der Grafschaft Hertfordshire, nachdem ein Baum auf sein Auto gestürzt war. In London wurden ein Mann und eine Frau durch eine Gasexplosion in einem Haus getötet. Dutzende Flüge an Europas größtem Flughafen, London-Heathrow, fielen aus und der Zugverkehr kam im Süden des Landes zum Erliegen. Betroffen war auch die Eurostar-Verbindung durch den Kanaltunnel nach Frankreich. Am Montag waren 580.000 Haushalte zeitweise ohne Strom.

Frankreich, Niederlande und Belgien:

Im niederländischen Amsterdam fiel am Montag ein umstürzender Baum auf eine Frau und tötete sie. Die Behörden der Stadt riefen am gleichen Tag die Bürger auf, zeitweise in ihren Wohnungen zu bleiben. Zahlreiche Bahnstrecken vor allem rund Amsterdam mussten wegen umgefallener Bäume und kaputter Leitungen stillgelegt werden.Rund 50 Flüge fielen am Flughafen Schiphol aus. Eine Fähre aus dem englischen Newcastle mit rund 1000 Passagieren konnte den nordniederländischen Hafen in Ijmuiden zunächst nicht erreichen und musste das Ende des Sturms auf offener See abwarten.

Auf der französischen Insel Belle-Île vor der Westküste Frankreichs stürzte am Montag eine Frau wegen einer Sturmböe ins Meer und ertrank. In Westfrankreich waren 75.000 Haushalte am Montagmorgen ohne Strom. Der Fährverkehr zwischen dem nordfranzösischen Calais und Dover in Großbritannien wurde zeitweise unterbrochen. In Belgien rückte die Feuerwehr aus, um zu Boden gefallene Stromkabel wieder aufzuhängen, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Schweden und Dänemark:

Auf der dänischen Insel Seeland wurde ein Mann von herabfallenden Dachziegeln erschlagen, wie die Polizei Medienberichten zufolge bekanntgab. In Süderjütland wurde eine Frau schwer verletzt, als über ihr ein Dach einstürzte. Wegen des Sturms musste die Öresund-Brücke zwischen Schweden und Dänemark zunächst bis späten Montagabend gesperrt werden. Im Großraum Kopenhagen beeinträchtigten umgestürzte Bäume den regionalen Zugverkehr. Die dänische Polizei forderte alle Einwohner auf, in ihren Häusern zu bleiben. In der Nacht zu Dienstag wurde der Sturm in weiteren Teilen Dänemarks und Schwedens sowie auf dem Baltikum erwartet.

Vorhersage für Deutschland

Der erste Herbststurm des Jahres zieht laut DWD nach Osten ab und sorgt für eine leichte Wetterberuhigung. Im Laufe der Woche soll der Wind bundesweit abflauen. Lediglich an der See muss noch mindestens bis zum Mittwoch mit stürmischen Böen gerechnet werden.

dpa/r.

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