Fünf Jahre für Traum gekämpft

Osnabrücker baut Skilift hinter seinem Haus

+
„Der Skilift ist nun betriebsbereit“: Thomas Linnemeyer freut sich darauf, seine Piste zu eröffnen.Foto: Gründel

Borgloh - Fünf Jahre lang hat Thomas Linnemeyer aus Borgloh im Landkreis Osnabrück gekämpft, um seinen Traum von einer Skipiste auf dem eigenen Grundstück erfüllen zu können. Mit Erfolg: Wenn das Wetter mitspielt, kann nun im Landkreis Osnabrück Ski gefahren werden.

Er weiß jetzt jede Menge über Skilifte und kennt hinlänglich das „Niedersächsische Gesetz über Eisenbahnen und Seilbahnen“: Fünf Jahre lang hat sich Thomas Linnemeyer aus Borgloh im Landkreis Osnabrück durch unzählige Unterlagen gekämpft und zahlreiche Behörden aufgesucht. Doch jetzt kann sich Linnemeyer seinen Traum von einer Skipiste auf dem eigenen Grundstück erfüllen. „Ich habe diese Woche die Betriebsgenehmigung für meinen Skilift erhalten“, sagt er. „Jetzt fehlt nur noch der Schnee.“

Die Idee kam dem 36-Jährigen vor etwa fünf Jahren. „Ich habe mit Freunden zusammengesessen. Wir haben uns unsere Skier geschnappt und sind aus Jux den kleinen Hang heruntergefahren.“ Damals habe er schon einen alten Lift besessen, durfte ihn aber nicht benutzen. Später besorgte er sich noch alte Schneekanonen und eine ausrangierte Pistenraupe. „Das sind alles alte Geräte, Oldtimermaterial“, betont der Zimmerermeister. „Aber sie funktionieren.“

Der Skilift ist betriebsbereit

Einen Skilift, so erfuhr Linnemeyer, darf man nicht einfach fahren lassen, auch nicht auf privatem Grund. „Ich brauchte eine Genehmigung.“ Vor einigen Tagen nun erreichte ihn die Betriebserlaubnis der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Eine Haftpflichtversicherung ist abgeschlossen, die Anlage vom TÜV abgenommen, die persönliche Eignung überprüft. „Der Skilift ist nun betriebsbereit.“ Zudem habe er als Naturausgleich für die Piste ein Feuchtbiotop sowie eine 300 Meter lange und fünf Meter breite Hecke angelegt, sagt Linnemeyer. „Unsere Skigruppe, die etwa 15 Personen umfasst, hat mir bei den ganzen praktischen Arbeiten sehr geholfen.“ Jetzt wartet der leidenschaftliche Skifahrer, der die Piste auch aus Marketingzwecken für seine Zimmerei betreibt, nur noch auf Schnee und kalte Luft. „Ich werfe die Schneekanonen erst an, wenn es unter drei Grad kalt ist und auch Naturschnee fällt und liegen bleibt.“

Knapp 300 Meter lang ist die „Uphöfener Streif“, wie Linnemeyer die Piste liebevoll nach dem Ortsteil von Borgloh, in dem er wohnt, genannt hat. Die Steigung beträgt rund 16 Prozent. „Oben ist die Piste mit 15 bis 20 Metern Breite eher schmal“, erzählt der 36-Jährige. „Weiter unten erreicht sie dann aber 50 bis 60 Meter Breite.“ Kinder können mit dem Schlitten den kleinen Berg, der zu den Ausläufern des Teutoburger Waldes gehört, hinunterfahren.

Der frisch gebackene Pistenbetreiber ist gespannt, wie die Strecke angenommen wird, wenn erst einmal Schnee liegt. „Hier ist nichts auf Masse ausgelegt. Mehr als 100 Skifahrer gleichzeitig werden hier nicht unterkommen.“ Zudem seien die Parkmöglichkeiten begrenzt. Dafür wird bei Schneefall auch für Essen und Trinken gesorgt. „Das bleibt aber alles schön urig“, sagt Linnemeyer. „Wir wollen hier kein abgehobenes Skiangebot.“

Deutschlands nördlichster Skilift

Noch weiter im Norden als der neue Skilift im Landkreis Osnabrück liegt der Bungsberg in Schleswig-Holstein. Von der höchsten Erhebung des Bundeslandes, die in der Holsteinischen Schweiz zwischen Scheelholz und Mönchsneversdorf im Landkreis Ostholstein zu finden ist, kann man bei gutem Wetter die Ostsee sehen. Die Piste ähnelt mit ihren rund 300 Metern Länge und 17 Prozent Gefälle stark der Strecke in Borgloh. Der Sessellift wurde 1970 von der Gemeinde Schönwalde am Bungsberg angeschafft, um den Tourismus anzukurbeln.

Die meisten niedersächsischen Skilifte finden sich im Harz. Dort sind die Bedingungen für Skifahrer momentan gut. Auf dem Wurmberg etwa liegen 50 Zentimeter Schnee, auf den Pisten nach Angaben der Betreiber der Wurmberg-Seilbahn 60 Zentimeter. Dort sind zurzeit fünf von sechs Seilbahnen und Liften sowie 13 von 14 Pisten geöffnet. Auch in St. Andreasberg können sich Skifahrer austoben. Dort sind am Matthias-Schmidt-Berg eine Doppelsesselbahn und ein Schlepplift in Betrieb. Es liegen laut Alberti-Lift GmbH zwischen 15 und 35 Zentimeter Neuschnee.

tz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare