Population in China nimmt zu

Die Pandabären sind los

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Niedlich, aber faul: Pandabären sind vom Aussterben bedroht.

- Allen düsteren Prognosen zum Trotz: In Chinas Wäldern leben wieder mehr Pandas. Das melden chinesische Forstbehörden, die eine Bärenzählung durchgeführt haben.

Pandabären haben ein nicht zu vernachlässigendes Problem mit der Fortpflanzung. Denn statistisch gesehen verspüren sie nur an zwei Tagen im Jahr Lust auf ihre Partnerin, lieber hocken sie am Boden und kauen stundenlang genüsslich Bambus. Diese Laune der Evolution hat weltweit Tierliebhabern viel Kummer gemacht, denn im Saldo vermehrten sich die Pandabären nicht mehr genug. Und auch Zoodirektoren scheiterten mit ihren Aktionen, Pandas in Gefangenschaft in Stimmung zu bringen. Deshalb galten die Säugetiere mit der auffälligen schwarz-weißen Färbung zuletzt als stark vom Aussterben bedroht.

Da auch ihre angestammten Lebensräume, die gebirgigen Wälder Chinas, in der Vergangenheit immer stärker abgeholzt und zersiedelt wurden, schwand der Lebensraum der Einzelgänger von Jahr zu Jahr. Seit diesem Wochenende aber gibt es neue Hoffnung für die Problembären. Chinesische Forstbehörden melden, dass es wieder mehr Große Pandas (Ailuropoda melanoleuca) gibt – das habe eine Bärenzählung ergeben.

Chen Fengxue, Chef der Pekinger Forstbehörde, freut sich über den „großen Erfolg“. Demnach ist die Population der in freier Wildbahn lebenden Tiere im vergangenen Jahrzehnt um 268 auf 1864 Pandas gestiegen, das ergibt ein Plus von rund 17 Prozent. Ein Grund für die positive Entwicklung, so die chinesischen Förster, liege in den 27 neuen Schutzgebieten, die für die Tiere eingerichtet worden seien. Zusammen gibt es in China nun 67 Reservate für die Großen Pandas.Leider halten sich die bis zu 160 Kilogramm schweren Tiere nicht an die Grenzen der Schutzgebiete. So gelten aktuell 223 Pandas, die in Chinas südwestlicher Provinz Sichuan leben, als gefährdet.

Immer neue Straßen, Bahnstrecken, Wasserwerke, Staudämme, Stromleitungen und Siedlungen schränken ihren Lebensraum ein. Weil die chinesische Regierung den Schutz des Pandabären zum nationalen Anliegen erklärt hat, werden mittlerweile mehr als 200 der schwarz-weißen Vertreter in Aufzuchtstationen großgezogen. Ihre wild lebenden Artgenossen sind dennoch auf ausreichend große Bambuswälder angewiesen, schließlich futtern sie bis zu 20 Kilogramm Bambus am Tag. Das nennt man Bärenhunger.

Harald John

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