Hollywood im Harz

Was passiert, wenn George Clooney wieder geht?

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Foto: Lockt Touristen in den Harz: George Clooney bei Dreharbeiten des Films "The Monuments Men" in Goslar.

Ilsenburg - Eigentlich soll man sie gar nicht bemerken, denn es geht um die Arbeit. Hollywood-Größen wie George Clooneydrehen derzeit im Harz. Das Spektakel um die Arbeit an seinem neuen Film "The Monuments Men" lockt viele Touristen in die bergige Region am Rande Niedersachsens. Was bleibt, wenn sie wieder abgereist sind?

Wo ist er? Was trägt er? Wer hat ihn gesehen? Hollywood ist vorübergehend im Harz eingezogen - allerdings für die meisten unsichtbar. Zwar haben Fotografen George Clooney mal am regionalen Flughafen, mal vor einem Restaurant fotografiert. Wo genau der Schauspieler und Regisseur für seinen neuen Film "The Monuments Men" dreht, soll geheimbleiben, um die Dreharbeiten nicht zu gefährden, sagt der Sprecher des Studios Babelsberg, Eike Wolf. Also lebt der Harz zwischen Spannung und Spekulation. Fest steht: Zur Besetzung von Clooneys neuem Werk gehören Matt Damon, Bill Murray und Cate Blanchett.

Im idyllischen Ilsenburg hat sich Clooney für mehrere Wochen im einzigen Fünf-Sterne-Hotel Sachsen-Anhalts eingemietet. Alle anderen Hotels des kleinen Ortes sind so gut wie ausgebucht, sagt Bürgermeister Denis Loeffke (CDU). Das Eiscafé, der Markt, alles ist belebter als sonst. Vor dem Hotel, in dem Clooney residiert, stünden nie mehr als fünf bis zehn Schaulustige, meist seien es Spaziergänger oder Fotografen. Der Bürgermeister setzt darauf, dass er den Clooney-Besuch auch in Zukunft nutzen darf, um Touristen anzulocken. "Ilsenburg ist spürbar nach vorn gerückt bundesweit", sagt Loeffke. Es gebe mehr Anfragen bei der Tourismus GmbH. "Es profitieren alle davon."

Hollywood lebt von Geschichten, und so ähnlich läuft es auch im Harz: Hier erzählt man sich etwa die Geschichte eines flüchtenden Clooney, der einer Autofahrerin Geld bietet, damit er in ihrem Auto von den Fotografen unerkannt davonfahren kann. An den bisherigen Drehorten konnten Fotografen keine großen Trauben von Fans sichten, die sich einen Blick auf die Hollywood-Stars erhoffen. Viele wissen inzwischen von den umfangreichen Absperrungen.

"Die Dreharbeiten haben zum Teil Einschränkungen für die Bevölkerung gebracht, vor allem wenn Straßen gesperrt waren", sagt Eva Ronkainen vom Harzer Tourismusverband. "Es ist aber trotzdem schön für den Harz, dass Hollywood hierhergekommen ist." Langfristig erwartet sie keine nennenswerten Auswirkungen für den Tourismus in der Region. Das sieht auch René Kauschus, Chef des Dehoga-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, so. "Natürlich ist das eine gute Werbung für die Region." Der Effekt werde aber nicht lang anhalten. Seiner Ansicht nach profitiert vor allem Ilsenburg von dem Clooney-Aufenthalt.

In Merseburg, dem ersten Drehort in Sachsen-Anhalt, blieb der Fan-Ansturm aus. Gedreht wurde hauptsächlich im Dom. Und das höchst professionell, wie Domführerin Beate Tippelt beobachtet hat. Sie konnte als eine der wenigen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Es sei erstaunlich gewesen, wie schnell die Crew alles auf- und auch wieder abgebaut habe. "Als wären sie nie dagewesen", sagt Tippelt. Das Buch, das als Grundlage zum Film dient, und an der Domkasse auslag, sei längst vergriffen. "Es fragen immer mal wieder Besucher nach, wie es war und was passiert ist", berichtet Tippelt. "Das gehört jetzt zu der Geschichte des Doms dazu."

Goslar bot seine Breite Straße als Kulisse für den Einmarsch der alliierten Truppen in eine belgische Kleinstadt. Was wird davon bleiben? Goslars Stadtsprecher Christian Burgart berichtet von Geschäften, denen es gelungen sei, die Filmdekoration zu behalten. Es müsse zwar noch geprüft werden, ob sie trotz Denkmalschutzes hängen bleiben darf. Die Stadt habe aber zumindest erst einmal eine Duldung ausgesprochen. "Es gibt inzwischen sogar einen Ratsantrag, auch andere Geschäfte in der Breiten Straße wieder so zu gestalten, wie sie für die Dreharbeiten hergerichtet waren." Je erfolgreicher der Film "The Monuments Men" werde, auf desto mehr Film-Interessierte könne Goslar hoffen.

dpa

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