Nach dem Hochwasser

Pegelstände steigen wieder leicht

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Foto: Langsam zieht der Alltag wieder ein: Nach dem Hochwasser fließt allerdings wieder mehr Wasser in die Elbe. Bedrohlich ist der Zustand aber nicht.

Magdeburg - In Sachsen-Anhalt fließt wieder mehr Wasser in die Elbe. Doch Pegelstände wie vor zwei Wochen werden wohl nicht erreicht. In Sachsen entspannt sich die Lage.

Obwohl die Pegelstände der Elbe in Sachsen-Anhalt wieder steigen, wird dort keine bedrohliche Lage mehr erwartet. Die Auswirkungen der Regenfälle in Tschechien und Sachsen werden wahrscheinlich am Wochenende Sachsen-Anhalt erreichen, wie eine Sprecherin der Hochwasserschutzzentrale am Freitag in Magdeburg sagte. Von einem Hochwasser wie vor 14 Tagen sei aber nicht auszugehen. Nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung sind noch 815 Menschen im Land von Evakuierungen betroffen, hauptsächlich im Landkreis Stendal.

Im sächsischen Dresden konnte am Freitag die Hochwasser-Alarmstufe zwei aufgehoben werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die Sächsische Dampfschiffahrt will an diesem Samstag den Verkehr wieder aufnehmen. Allerdings fahren die Dampfer noch nicht nach dem regulären Fahrplan. Ein Grund: Die Salonschiffe passen noch nicht unter den Brücken durch.

Der Pegelstand der Elbe in Magdeburg lag nach Angaben der Hochwasserschutzzentrale am Freitag bei 3,53 Metern. Bis Montag wird er voraussichtlich auf 4,50 Meter steigen und danach wieder sinken. Normal ist ein Pegelstand von etwa 2 Metern. Der Höchststand war am 9. Juni mit 7,46 Metern erreicht worden. In Tangermünde (Landkreis Stendal) lag der Pegelstand am Freitag bei 4,59 Metern. Dort wird am Dienstag mit 5,60 Metern der höchste Stand erwartet. Das Wasser in der Saale und in der Havel geht den Angaben zufolge weiter zurück.

An die Bauern sind die ersten finanziellen Hilfen ausgezahlt worden. Landwirtschaftminister Hermann Onko Aeikens (CDU) übergab im Elbe-Havel-Winkel einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 5000 Euro an die Agrargenossenschaft Elbeland in Scharlibbe (Landkreis Stendal), wie das Agrarministerium mitteilte. Das Kabinett hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass Landwirte bis zu 5000 Euro als Soforthilfe beantragen können.

Unterdessen hat der Bundestag den Hilfsfonds für die Flutopfer in Höhe von acht Milliarden Euro gebilligt. Das Aufbauhilfegesetz sowie der Nachtragshaushalt für zusätzliche Schulden wurden einstimmig vom Parlament beschlossen. Am Freitag nächster Woche soll auch der Bundesrat grünes Licht geben, damit der Fonds nach einem parlamentarischen Schnellverfahren starten kann.

In Sachsen läuft derweil die Reparatur von Deichen, die beim Hochwasser Anfang des Monats beschädigt wurden. In der Nähe von Riesa zwischen den Orten Moritz und Promnitz soll eine etwa 200 Meter breite Lücke an der Elbe noch am Wochenende geschlossen werden, sagte Eckehard Bielitz von der Landestalsperrenverwaltung.

Möglichst im August oder September solle dann begonnen werden, in den Deich Spundwände zur Verstärkung einzubauen. Das Umweltministerium hatte kürzlich die Schäden, die landesweit an Hochwasserschutzanlagen entstanden waren, auf 250 Millionen Euro geschätzt. Derzeit gibt es laut Talsperrenverwaltung fünf Hochwasser-Baustellen an der Elbe.

dpa

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