Briten geben Kasernen in Lüneburger Heide auf

Pistorius verspricht Hilfe nach Abzug

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Foto: „Wir werden unterstützen, wo wir können“: Innenminister Pistorius will nach dem Abzug der britischen Truppen helfen.

Bad Fallingbostel - Sicher ist bisher nur, dass die Briten ihre Kasernen in der Lüneburger Heide bald aufgeben. Noch kein Konzept gibt es für die künftige Nutzung der Riesenflächen. Und dazu kommt das Problem: Was wird aus den 2000 freiwerdenden Wohnungen?

Die vom bevorstehenden Abzug der britischen Streitkräfte betroffenen Städte in der Lüneburger Heide können auf Hilfe des Landes setzen. Konkrete Ideen zur künftigen Nutzung der fast 600 Hektar großen Militärflächen in der strukturschwachen Region gibt es aber noch nicht. Zu diesem Ergebnis kam ein erster Runder Tisch mit Kommunalvertretern und Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Bad Fallingbostel. Die großen Kasernen in Bergen-Hohne und Bad Fallingbostel wollen die Briten voraussichtlich bis Ende 2015 räumen. Dabei werden auch rund 2000 Wohnungen in dem vom demografischen Wandel besonders betroffenen Landstrich frei.

„Wir werden unterstützen, wo wir können“, sagte Pistorius. Einen gesonderten Konversionsfonds werde es aber nicht geben, das lasse die Haushaltslage nicht zu. Bis zum kommenden Frühjahr sollen in der Region Vorschläge für konkrete Nutzungen der Kasernen erarbeitet sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten geprüft werden. Die von den Briten aufgegebenen Flächen werden künftig von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet, in deren Hand auch die Vermarktung liegt.

Es werde ein schwieriger und langer Prozess, für die knapp 600 Hektar großen Flächen eine zivile Verwendung zu finden, sagte Pistorius, der auch auf seine Erfahrung als Oberbürgermeister von Osnabrück verwies. Dort hatten die Briten ein umfangreiches Gelände aufgegeben. „Es wird Jahre dauern intensiver Arbeit.“ Der Landrat des Heidekreises, Manfred Ostermann (parteilos), pochte auf Hilfe für die Region, für die die Militärpräsenz bisher auch eine große wirtschaftliche Stütze gewesen ist. „Wir brauchen das Land, wir brauchen den Bund, in welcher Stärke auch immer.“

„Die Frage der 2000 freiwerdenden Wohnungen ist ein riesiges Problem in zwei kleineren Städten“, sagte Pistorius. Die Lösung könne nicht sein, den Eigentümern die Häuser zum derzeitigen Marktwert abzukaufen, um sie dann abzureißen. Abseits des Treffens regte der sozialpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Norbert Böhlke, an, auch über eine Nutzung von Militärflächen zur Schaffung preiswerten Wohnraums nachzudenken. In Osnabrück sei dies sehr gut gelungen. Innenminister Pistorius verwies indes auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in der Großstadt Osnabrück und in der Lüneburger Heide.

dpa

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