Flüchtlinge

Pistorius will mehr Syrern neue Heimat geben

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Innenminister Boris Pistorius hat am Montag im Grenzlager Friedland syrische Flüchtlinge besucht.

Friedland - Seinen Besuch hatte er gleich mit einer Botschaft verknüpft. Innenminister Boris Pistorius, am Montag unterwegs im Grenzdurchgangslager im südniedersächsischen Friedland, ist der Ansicht, dass deutlich mehr Flüchtlingen aus Syrien eine neue Heimat gegeben werden sollte als bisher vereinbart.

Angesichts der „größten humanitären Katastrophe dieses Jahrhunderts“ sei die bisher geplante Aufnahme von 5000 Menschen viel zu niedrig, sagte Pistorius. In Friedland lernte der Innenminister syrische Familien kennen, die zu dem ersten Flüchtlingskontingent gehörten, das in der vergangenen Woche im Rahmen eines UN-Hilfsabkommens nach Deutschland gekommen war.

Der SPD-Politiker sagte, er werde die Flüchtlingsproblematik bei der nächsten Innenministerkonferenz zum Thema machen. Zusammen mit den anderen europäischen Nationen müsse Deutschland aber auf jeden Fall mehr tun als bisher. Auf eine konkrete Zahl, wie viele Menschen aufgenommen werden sollen, wollte sich der Minister allerdings nicht festlegen.

Mehrere Millionen Menschen sind vor dem blutigen Bürgerkrieg in Syrien auf der Flucht. Pistorius appellierte an die Bundesregierung, die bisher auf zwei Jahre begrenzte Aufenthaltserlaubnis für die Syrien-Flüchtlinge zu verlängern. Damit hätte die Unsicherheit für die Menschen ein Ende. Zudem würde dadurch die Bereitschaft zur Integration und zum Lernen der deutschen Sprache deutlich steigen. Eine sechsköpfige Familie aus der syrischen Hauptstadt Damaskus berichtete dem Innenminister in Friedland, wie grenzenlos erleichtert sie sei, endlich in Sicherheit zu sein. Vor allem für die Kinder gebe es nun wieder eine Zukunftsperspektive. Der Familienvater Munir Alhajjar sagte, das Wichtigste sei, dass „wir alle zusammen und ohne Angst vor Krieg und Entführungen unter einem Dach leben können“. Die syrischen Kontingentflüchtlinge bleiben für rund zwei Wochen in dem Grenzdurchgangslager. Von den 107 Menschen des ersten Kontingents bleiben 18 in Niedersachsen.

Pistorius besuchte auch eine Gruppe von Syrern, die an sogenannten Wegweiserkursen teilnehmen. Dort werden ihnen erste Deutschkenntnisse vermittelt. Außerdem erfahren sie etwa, wie der Umgang mit Behörden, das Gesundheitswesen oder der öffentliche Verkehr ablaufen. Mit seinem Besuch in Friedland habe er sich einen persönlichen Eindruck verschaffen wollen, sagte Pistorius. „Das kann man nicht aus Akten entnehmen.“

dpa

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