Veranstaltung zur Endlagersuche

Politikerin erhält 20.000 Euro für Moderation

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Foto: Asta von Oppen (rechts) moderiert die Veranstaltungsreihe "Bis in alle Ewigkeit". Für ihre Tätigkeit bekam sie bislang 20.000 Euro.

Hannover - Mit der Veranstaltungsreihe „Bis in alle Ewigkeit“ will das niedersächsische Umweltministerium die Suche nach einem Endlager für Atommüll begleiten. Die FDP im Landtag kritisiert, dass die Veranstaltung zu teuer ist - und wundert sich über das Honorar für die Moderatorin Asta von Oppen.

Rund 20.000 Euro hat von Oppen bislang für sieben jeweils drei- bis vierstündige Veranstaltungen erhalten, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervorgeht. Demnach zahlte das Land zunächst 3046,40 Euro, ab dem fünften Termin 3808 Euro pro Veranstaltung. Die FDP stört sich dabei vor allem an einem Punkt: Von Oppen ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Samtgemeinde Gartow (Kreis Lüchow-Dannenberg) und damit Parteifreundin des Umweltministers Stefan Wenzel. „Das hat schon mehr als ein Geschmäckle“, meint FDP-Landeschef und Ex-Umweltminister Stefan Birkner. Zumal die Honorare für die Moderation aller Voraussicht nach noch auf rund 28.000 Euro anwachsen dürften, da noch zwei Termine ausstehen.

Mit dem Geld werde nicht nur die Moderation, sondern Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der gesamten Veranstaltungsreihe „Bis in alle Ewigkeit“ bezahlt, erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage. Asta von Oppen „bereitet die einzelnen Veranstaltungen vor, schlägt insbesondere namhafte Referenten aus der Berliner Atommüllkommission, aus der Landes- und Bundespolitik sowie aus der Wissenschaft zum Teil mit internationaler Beteiligung vor und koordiniert deren Vorträge, leitet und moderiert jeweils die Veranstaltungen und wertet sie im Nachgang aus“, heißt es in einer schriftlichen Antwort an die HAZ.

Auch Asta von Oppen betont gegenüber der HAZ, dass die Organisation, Vor- und Nachbereitung, unter anderem für den Internetauftritt der Veranstaltung, sehr zeitintensiv seien. „Angesichts des damit verbundenen Aufwands scheint mir das Honorar nicht unangemessen“, schreibt von Oppen der HAZ. Birkner hält die Bezahlung dennoch für zu üppig. „Wenn man aber meint, dass eine Moderation einen solchen Aufwand darstellt, dann ist die Frage, ob der Auftrag ausgeschrieben wurde“, fragt der Liberale.

Das muss das Umweltministerium verneinen. „Die Auswahl von Frau von Oppen erfolgte aufgrund ihrer besonderen Kompetenz, Fachkunde und ihrer langjährigen Kenntnis der Konfliktlinien in einem hochumstrittenen Politikfeld“, erklärte das Umweltministerium.

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