Erfindung aus den USA

Polizei bald mit "Handydetektor" auf Streife?

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Berlin - Das Benutzen des Handys hinterm Steuer ist lebensgefährlich - und deshalb in Deutschland verboten. Doch die Handynutzer zu entlarven, stellt die Polizei oft vor technische Schwierigkeiten. Ein neuer "Handydetektor" soll Abhilfe schaffen.

Ein kurzes Piepen, ein schneller Blick aufs Display und dann fix die SMS beantworten: Für Autofahrer kann ein solches Verhalten tödlich enden. Das Benutzen des Handys hinterm Steuer ist lebensgefährlich - und deshalb in Deutschland verboten. Doch die Handynutzer zu entlarven, stellt die Polizei oft vor technische Schwierigkeiten. Die Firma ComSonics aus dem US-Bundesstaat Virginia will jetzt helfen: Sie entwickelt derzeit einen Handydetektor.

Die Funktion des Geräts ähnelt den „Radarpistolen“, mit denen die Polizei die Geschwindigkeit von Autos misst. Der Detektor soll Funkfrequenzen ausfindig machen, die bei der Datenübertragung von Handys aus dem Auto heraus gesendet werden. Damit - so die Idee - lässt er nicht nur die Telefonierer, sondern auch die SMS-Schreiber auffliegen, die das Handy während der Fahrt in den Schoß legen und unauffällig tippen. Das Gerät könne zwischen einem Anruf, einer Textnachricht und Datentransfer unterscheiden, sagte ComSonics-Sprecher Malcom McIntyre der Zeitung „The Virginian-Pilot“. Besonders in Virginia könnte das Gerät für die Staatskasse nützlich sein: Während das Telefonieren dort während der Fahrt erlaubt ist, kann das SMS-Schreiben bis zu 125 Dollar (rund 100 Euro) Strafe kosten.

Der Detektor trifft auch in Deutschland auf Interesse. „Wenn wir das Gerät einsetzen könnten, wäre das prima“, sagt Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. In Deutschland darf man zwar per Freisprechanlage telefonieren, SMS-Schreiben und Handytelefonie sind aber verboten. Wer dagegen verstößt, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei.

Die Beweisführung ist oft schwierig: „Manchmal ist kaum zu erkennen, ob da ein Handy in Benutzung ist oder nicht“, sagte Wendt. Doch der Handydetektor könne ebenfalls Probleme verursachen - etwa, wenn er in der Lage sei, auch den Inhalt von Daten abzugreifen. „Außerdem macht das Gerät keinen Sinn, wenn es nicht erkennt, ob der Fahrer oder der Beifahrer das Handy nutzt“, sagt Wendt. Vor einer Zulassung in Deutschland müssten diese Bedenken ausgeräumt werden.

Von Nike Laurenz

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