Schlägerei zwischen Rockern und Kurden

Polizei bleibt mit Aufgebot in Walsrode

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Eine Massenschlägerei hat in der Nacht zu Sonntag für Unruhe in Walsrode gesorgt.

Walsrode - In der nach Krawallen zwischen Rockern und Kurden von der Polizei besonders gesicherten Heidestadt Walsrode ist es in der Nacht zum Mittwoch friedlich geblieben. Die Polizei will ihre erhöhte Präsenz dennoch aufrechterhalten. Am Sonntag und Montag war es zu Massenschlägereien zwischen den Gruppen gekommen.

„Es ist alles ruhig hier“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ordnungshüter wollten ihre erhöhte Präsenz allerdings auch in den kommenden Tagen aufrechterhalten. Seit der Nacht zu Sonntag hatte es in Walsrode mehrere gewalttätige Auseinandersetzungen beider Lager gegeben, Waffen wurden beschlagnahmt. Ein Schuss aus einer Gaspistole, am Montagabend angeblich abgefeuert aus einem fahrenden Auto, hatte zuvor einen Kurden im Gesicht verletzt. 150 Polizeibeamte aus dem Heidekreis, aus Hannover, Rotenburg und Verden mussten zusammengerufen werden, um die aufgewiegelten Truppen zu trennen.

Die Polizei hat die Präsenz in der Stadt erheblich verschärft, Bewohner werden an Checkpoints kontrolliert. „Wir sind da gut aufgestellt“, sagt ein Polizeisprecher. Die Alarmstimmung gilt bis auf Weiteres. Walsrodes parteilose Bürgermeisterin Helma Spöring begrüßt das konsequente Auftreten der Beamten. „Wir müssen zeigen, wer der Herr im Hause ist“, sagt sie. „Das muss verfolgt werden – im Interesse der Bürger.“

Eine Gruppe Kurden war am Sonntagmorgen gegen 4 Uhr mit Mitgliedern der Hells Angels aneinandergeraten, die in der Disco einen Geburtstag feierten. Barhocker flogen durch die Luft, ein Zeuge sprach von Blut und Glasscherben auf dem Boden. Etwa 50 Menschen sollen nach Polizeiangaben am Ende aufeinander eingedroschen haben. 15 Menschen mussten im Krankenhaus versorgt werden. Im Heidekreis-Klinikum und vor dem Krankenhaus ging der Streit weiter. Das umsichtige Verhalten der Mitarbeiter habe Schlimmeres verhindert, sagt Geschäftsführer Christof Kugler. Die Polizei sei schnell zur Stelle gewesen. Die Beamten mussten in der Notaufnahme Reizgas einsetzen, um die Kontrahenten voneinander zu trennen.

Angeblich war auf Seiten der Rocker jemand aus dem unmittelbaren Umfeld des einflussreichen Hells Angels Wolfgang Heer beteiligt. Mit den Hells Angels an sich habe der Streit aber nichts zu tun, sagt Heer am Dienstag. „Das war ein Streit unter jungen Männern, und der ist jetzt beendet“, verfügt der Altrocker.

Nach vorläufiger Einschätzung der Polizei hat Heer recht. „Bisher deutet nichts auf Gebietsstreitigkeiten oder Ähnliches hin“, sagt ein Sprecher der Polizei im Heidekreis. Der Anlass für die Auseinandersetzung sei „ganz profan“ gewesen. Die Sonderermittlungsgruppe der Polizei wurde darum auch schon von „Ehre“ in „Bergstraße“ umbenannt. In der Bergstraße war der Streit beider Gruppen am Montag in die zweite Runde gegangen.Heer ist 69 Jahre alt, gilt als der Rockerkönig von Walsrode und hat ein Sportzentrum am Bahnhof.

Von Karl Doeleke (mit:dpa)

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