Hameln

Polizei hebt Geldfälscher-Bande aus

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Foto: Die Polizei hat eine international agierende Geldfälscher-Bande zerschlagen.

Hameln - Monatelang haben drei Männer aus Hameln im großen Stil Falschgeld produziert und im In- und Ausland in Umlauf gebracht. Jetzt hat die Polizei das Trio gefasst.

Sonderfahnder der Polizei Hameln haben nach monatelangen Ermittlungen eine international agierende Geldfälscher-Bande zerschlagen. Drei Männer im Alter von 22 bis 24 Jahren seien festgenommen worden, sagte ein Sprecher am Dienstag und bestätigte einen Bericht der „Deister- und Weserzeitung“. Die Bande habe vermutlich seit Ende vergangenen Jahres im großen Stil falsche 50-Euro-Scheine hergestellt und diese in Deutschland und in Italien in Umlauf gebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Allein in Deutschland seien in den vergangenen Monaten in fast 170 Fällen eine oder mehrere 50-Euro-Blüten aus der Hamelner Fälscherwerkstatt bei Banken und Geschäften aufgetaucht. In einem Fall hatte einer der Beschuldigten ein elektronisches Gerät mit 14 falschen Fünfzigern bezahlt.

Die Fälschungen wurden mit Hilfe von Computern und Farbdruckern produziert. Sie seien von einer Qualität, dass sie arglosen Konsumenten nicht zwangsläufig als Falschgeld auffallen müssten, sagte der Sprecher. Zwar fehlen Silberstreifen und Wasserzeichen, allerdings sind - wie bei echten Geldscheinen - Hologramme vorhanden.

Die Ermittler hatten die Bande bereits am Freitag vergangener Woche ausgehoben, als fünf Umschläge mit selbst produziertem Falschgeld bei der Post in Hameln an Adressaten in Italien abgeschickt werden sollten. Dabei wurden 40 Blüten sichergestellt. Bei anschließenden Wohnungsdurchsuchungen in Hameln und im benachbarten Afferde stellten die Beamten weiteres Falschgeld sowie Druckbögen, Computer, Drucker und etwa 3600 Hologramme sicher.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bande außer 50-Euro-Blüten noch weiteres Falschgeld hergestellt hat. Es gebe Hinweise auf die Produktion falscher 100-Euro-Scheine, sagte der Sprecher. Erste Hinweise auf die kriminellen Machenschaften des Trios hatten die niedersächsischen Polizisten im März dieses Jahres von Kollegen aus Nordrhein-Westfalen erhalten.

Mutmaßlicher Kopf der Bande ist ein 24 Jahre alter Arbeitsloser aus Hameln. Der Mann habe seinen gesamten Lebensunterhalt aus den illegalen Geschäften mit den Blüten bestritten. Er sitzt ebenso in Untersuchungshaft wie einer der beiden mitbeschuldigten Bundeswehrsoldaten. Der zweite Soldat habe ein Geständnis abgelegt. Er befinde sich deshalb wieder auf freiem Fuß.

Ob und wie viele weitere Menschen in den Falschgeldfall verwickelt sind, wollte der Polizeisprecher unter Hinweis auf die noch andauernden Ermittlungen nicht sagen.

dpa

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