Hamburger Schanzenviertel

Polizei hofft auf ruhiges Schanzenfest

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Passanten genießen beim Schanzenfest die Sonne vor dem alternativen Kulturzentrum „Rote Flora“.

Hamburg - Es ist jedes Jahr das gleiche Bild: Nach einem friedlichen Straßenfest im Hamburger Schanzenviertel kommt es zu Krawallen. In diesem Jahr hofft die Polizei auf einen relativ ruhigen Verlauf. Die Beamten rüsten sich aber für mögliche Randale.

Nach der Randale in den vergangenen Jahren hofft die Polizei an diesem Samstag auf ein weitgehend friedliches Straßenfest im Hamburger Schanzenviertel. „Wir rechnen damit, dass es tagsüber - wie immer - friedlich bleibt", sagte Polizeisprecher Mirko Streiber. Für die Nacht wappnen sich die Beamten aber für mögliche Ausschreitungen: „Wir gehen davon aus, dass sich eine Zahl von gewaltgeneigten Personen dort aufhalten wird." In der Vergangenheit war es nach dem Schanzenfest regelmäßig zu Krawallen gekommen.

Die Polizei hat das Quartier in der Nacht zum Sonntag daher wie in den letzten Jahren zum „Gefahrengebiet" erklärt. Darin können Beamte ohne konkreten Verdacht Menschen durchsuchen oder in Gewahrsam nehmen sowie Platzverweise erteilen.

Zu dem Straßenfest mit Flohmarkt-, Verkaufs- und Infoständen werden bis zu 10.000 Besucher erwartet, wie Streiber berichtete. Möglicherweise kämen allerdings nicht ganz so viele Menschen wie in den Vorjahren, weil es am Samstag auch eine Demonstration zum 20. Jahrestag der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen gibt. Das Schanzenfest steht in diesem Jahr unter dem Motto der Proteste, Streiks und Aufstände gegen soziale Kürzungen in Griechenland, heißt es in einem Aufruf im Internet.

Dass es zu Krawallen von Leuten aus dem linksextremen Spektrum und von sogenannten gewaltorientierten Jugendlichen kommt, könne die Polizei auch dieses Mal nicht ausschließen, sagte Streiber. „Sie suchen den scheinbaren Event und die Auseinandersetzung." Ihr Verhalten sei aber abhängig davon, „wie sich die Gesamtsituation entwickelt": "In den vergangenen Jahren haben Anwohner brennende Barrikaden und Container gelöscht - da haben wir die Hoffnung, dass sich das von selbst regelt. Die Anwohner haben sich klar positioniert, dass sie Gewalt in ihrem Viertel nicht wollen."

Wie viele Beamte im Einsatz sind, wollte der Polizeisprecher nicht sagen. Medienberichten zufolge sollen es rund 1500 Polizisten sein. Bei Ausschreitungen nach dem Schanzenfest waren nach Streibers Angaben im vergangenen Jahr fünf Polizisten verletzt worden.

dpa

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