Steinfeld

Polizei rätselt nach Anschlag mit Giftbrötchen

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Sucht nach erklärungen: Der Geschäftsführer der Spritzgießunternehmens Müller-Technik, Helmut Kohake.

Steinfeld - Die Polizei sucht weiter nach dem Unbekannten, der vergiftete Brötchen unter die Mitarbeiter einer Firma in Niedersachsen gebracht hat. Eine Spur haben die Ermittler noch nicht.

Nach dem Giftanschlag auf die Mitarbeiter einer Firma im niedersächischen Steinfeld hat die Polizei noch keinen Hinweis auf den Täter. Eine Befragung aller Mitarbeiter habe keine neuen Erkenntnisse gebracht, sagte ein Sprecher der zuständigen Polizei in Cloppenburg am Donnerstag. Die Ermittler suchen nun nach Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben könnten.

Am Dienstag hatten die Mitarbeiter eines Autozulieferers zwei abgestellte Kunststoffboxen mit belegten Brötchen entdeckt. Sie waren vor zwei Eingangstüren abgestellt. Weil sie dachten, es handele sich um die Aufmerksamkeit eines Kollegen, der Geburtstag hatte, aßen 25 Angestellte die belegten Brötchen. Später bemerkten einige merkwürdige Substanzen an den Nahrungsmitteln, daraufhin suchten sie Krankenhäuser auf.

Am Mittwoch stellte sich nach entsprechenden Untersuchungen heraus, dass die Brötchen mit Mäuse- und Rattengift versetzt waren, allerdings in einer nicht tödlichen Dosis. Die Opfer kamen vorsorglich in verschiedene Krankenhäuser der Region, wo sie mindestens 72 Stunden unter Beobachtung bleiben müssen.

Die Polizei gehe davon aus, dass eine unbekannte Person am Dienstagmorgen vor 06.30 Uhr die Behälter abgelegt hat. Darin befanden sich auf Aluschalen die vergifteten Brötchen. Außerdem waren noch Servietten und Pappteller in den Boxen.

Die Wirkung der meisten Ratten- und Mäusegifte basiere darauf, dass sie gerinnungshemmende Substanzen enthielten, sagte Martin Ebbecke vom Giftinformationszentrum Göttingen. Die Wirkung setze allerdings mit Verspätung ein. „Das heißt also, es entwickeln sich über mehrere Tage Gerinnungsstörungen, die irgendwann dazu führen, dass es zu Einblutungen lebenswichtiger Organe kommt.“ Behandeln lasse sich eine Vergiftung in kleinen Mengen mit Vitamin K. Die Patienten müssten sich einigen Tagen vom Arzt beobachten lassen.

dpa

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