Eisatz im Naturschutzgebiet

Polizei reitet durch die Lüneburger Heide

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Foto: Die beiden Polizeikommissarinnen Jana Brodtmann (l.) und Imke Zeitzem reitendurch die Lüneburger Heide.

Niederhaverbeck/Wilsede - Rund 1,5 Millionen Menschen kommen jedes Jahr in die Heide, wenn es dort blüht. Nicht alle halten sich an die Regeln, und manch einer verirrt sich. Da helfen die Polizeireiterinnen.

In der Lüneburger Heide sind bis zum 8. Oktober wieder die Polizeireiter im Einsatz. Zunächst sind die Kommissarinnen Imke Zeitzem auf dem Hannoveraner „Hannibal“ und Jana Brodtmann auf dem Altoldenburger Wallach „Galahad“ unterwegs. Unterstützt werden sie von Sanitätsreitern der Johanniter-Unfall-Hilfe und ehrenamtlichen Naturwächtern.

„Wir sollen vor allem darauf achten, dass die Touristen sich an die Regeln des Naturschutzgebietes halten und heil zurückfinden“, fasste Jana Brodtmann ihre Aufgabe zusammen. Sie freue sich auf die kommenden Wochen, sagt die fröhliche Blondine mit den vielen Sommersprossen unter den klaren blauen Augen. „So ein Pferd hat natürlich auch Kuschelcharakter, das ist ein Stück Bürgernähe. Man hat vom Sattel den Überblick und wird gesehen. Oft werden wir angesprochen“, berichtete die 28-Jährige.

Die Aufgabe sei vielseitig, die Abwechslung gewaltig, freut sich auch Kollegin Imke Zeitzem. „Das ist kein Urlaub hier“, betonte die 31-Jährige, „das ist eine anspruchsvolle und lehrreiche Aufgabe für uns beide, das Pferd und mich“. Die beiden Beamtinnen gehören zu Reiterstaffel Hannover, nun tauschen sie für einige Zeit den Asphalt der Landeshauptstadt gegen den Sand der Heide. Der Einsatz hat Tradition, schon seit den 50er-Jahren helfen Reiter aus Hannover in der touristischen Hauptsaison ihren Kollegen. Untergebracht sind sie in Wilsede, das Autos nur mit Sondergenehmigung ansteuern dürfen.

Jedes Jahr kommen mindestens 1,5 Millionen Besucher zur Heideblüte in das gut 230 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet, nicht alle halten die Regeln ein. „Insbesondere werden die Reiter auf die Einhaltung der häufig missachteten Anleinpflicht für Hunde schauen“, sagte Thorsten Möhlmann von der Polizeiinspektion Heidekreis. „Frei laufende Hunde verursachen immer wieder große Probleme“, beklagte der Polizeisprecher am Donnerstag in Niederhaverbeck. So trieben sie die Heidschnuckenherden auseinander oder könnten mit den Hütehunden aneinander geraten. Das könne mit einem Bußgeld von 75 Euro plus Gebühren geahndet werden, warnte Möhlmann. Nicht viel billiger wird es für Autofahrer, die ihre Fahrzeuge in die gesperrten Bereiche etwa um Wilsede steuern.

Auch im Naturpark Südheide sind die Polizeireiter unterwegs. Bis zum 11. September versehen dort Reiter der Polizeidirektion Braunschweig ihren Dienst. Von Weesen im Landkreis Celle aus sind sie rund um Hermannsburg, Faßberg und Unterlüß unterwegs.

dpa

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