Blutiges Katz-und-Maus-Spiel

Polizei stellt Cop-Killer nach Rachefeldzug

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Foto: Gefährliches Katz-und-Maus-Spiel: Der mutmaßliche Täter entkam immer wieder – während das ganze Land die Jagd auf ihn im TV verfolgte.

Los Angeles - Vier Menschen, darunter zwei Gesetzeshüter, soll der ehemalige US-Polizist Christopher Jordan Dorner bei einem Rachefeldzug getötet haben. Nun ist sein blutiges Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern vorbei.

Es endete am Dienstagabend (Ortszeit) in den ausgebrannten Ruinen einer kleinen Hütte nahe der Ortschaft Big Bear, 100 Kilometer östlich von Los Angeles. Dort stellten die Fahnder verkohlte menschliche Leichenteile sicher. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um die Leiche des gesuchten 33-Jährigen handelt.

Der ehemalige Soldat war 2009 nach einem Disziplinarverfahren vom Polizeidienst ausgeschlossen worden. Er sei ein Opfer von Rassismus, schrieb der schwarze Ex-Beamte kürzlich auf seiner Facebook-Seite. Das erste mutmaßliche Opfer Dorners war die 28-jährige Monica Quan, Tochter eines Beamten des Los Angeles Police Department (LAPD), der an dem Verfahren gegen Dorner beteiligt war. Quans 27 Jahre alter Verlobter wurde ebenfalls erschossen in Südkalifornien gefunden.

Fast eine Woche lang war die Polizei in höchster Alarmbereitschaft. Die Behörden setzten ein Millionen-Kopfgeld aus. Daraufhin seien mehr als 1000 Hinweise von Bürgern eingegangen. Zeugen wollten Dorner in Las Vegas und an der Grenze zu Mexiko gesehen haben. Die Suche weitete sich bis ins mexikanische Tijuana aus. Derweil standen zahlreiche Beamte mit ihren Familien unter Polizeischutz. Dorner hatte die ehemaligen Kollegen als Zielscheibe genannt.

In der Hütte hatte sich der 33-Jährige am Dienstagnachmittag verschanzt, von Dutzenden Schützen in Kampfausrüstung in die Enge getrieben. Kurz vor dem dramatischen Finale in dem brennenden Waldhaus verlor ein weiterer Polizist im Kugelhagel sein Leben. Vorausgegangen war ein Tag mit Terror, Verfolgungsjagden und Schlagzeilen über Dorners letzten Schlagabtausch mit der Polizei, pausenlos live im US-Fernsehen übertragen. Vieles war Spekulation, darunter die brisante Meldung, der Ex-Polizist könnte sich mit Geiseln in der Hütte versteckt haben. Am Dienstag brachte der Flüchtige zwei Fahrzeuge in seine Gewalt. Er lieferte sich Schießereien mit Beamten, die für einen Polizisten tödlich endeten.

Dorner war 2009 vom Polizeidienst ausgeschlossen worden. Der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck, versprach, die Gründe dafür noch einmal zu prüfen. Auf Rassismusvorwürfe reagiert die Polizei empfindlich. Seit den Rassenunruhen nach der Festnahme des Schwarzen Rodney King und dem Freispruch seiner weißen Peiniger im Jahr 1992 habe sich viel geändert, erklärte die Behörde.

Von Barbara Munker

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