Öffentlicher Dienst

Polizisten und Feuerwehrleute klagen über miese Arbeitsbedingungen

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Klage von Feuerwehrleuten: „Die Einsatzkräfte werden nicht mehr als Helfer angesehen, sondern als störend.“

Hannover - Zu wenig Geld, zu wenig Anerkennung: Die Stimmung im öffentlichen Dienst in Niedersachsen ist schlecht. Polizisten wie Rainer Holze aus Braunschweig machen ihrem Unmut jetzt öffentlich Luft. Doch es gibt wenig Hoffnung, dass sich nach der Landtagswahl etwas ändert.

Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer in Niedersachsen gehen auf die Straße. Sie klagen über die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst, die aus ihrer Sicht in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden sind. Die Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes müsse dringend zurückgenommen werden, forderten Vertreter der Gewerkschaften der Polizei, GEW und Verdi am Montag in Hannover. Andere Länder zahlten besser, etwa Bayern und Baden-Württemberg. Auch nach Hessen wandern niedersächsische Beamte ab, weil es dort mehr Geld gibt.

Bei einer Kundgebung am Freitag (14.) wollen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ihren Unmut Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) vortragen und ihm einen Tannenbaum schenken - ein Exemplar ohne Nadeln. Der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske wird ebenfalls zu der Demonstration erwartet. Allerdings gibt es bisher wenig Aussicht darauf, dass sich die Lage nach der Landtagswahl im Januar 2013 für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ändert. Bisher habe außer den Linken keine Partei definitiv mehr Geld versprochen, falls sie an die Macht komme, erklärten die Gewerkschaftsvertreter.

Mindestens genauso laut wie die Klagen über die Bezahlung sind die Beschwerden über die unzureichenden Arbeitsbedingungen. Polizisten wie Rainer Holze (53) aus Braunschweig berichten über einen hohen Krankenstand unter den Kollegen, viele Überstunden und Wünsche nach besserer Ausrüstung, die nicht erfüllt werden. Auch sei der Respekt vor Polizisten stark gesunken: „He Opi, was willst Du eigentlich hier?“ sei dabei noch ein vergleichsweise höflicher Umgangston.

Feuerwehrmann Mario Kraatz aus Hannover sagte, Angriffe auf Kollegen im Rettungsdienst hätten zugenommen. „Die Einsatzkräfte werden nicht mehr als Helfer angesehen, sondern als störend.“ Laura Pooth, Lehrerin an einer Oberschule aus dem Kreis Leer, fordert vor allem, dass für Pädagogen die Pension mit 67 zurückgenommen wird. Bereits jetzt erreichten nur 28 Prozent der Kollegen das reguläre Pensionsalter von 65 Jahren, sagte sie. „Die sind ausgebrannt.“ Ihre wichtigsten Wünsche darüber hinaus: „Weniger Verwaltungsaufgaben für uns und kleinere Klassen.“

dpa

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