Zu hohe Belastung, zu wenig Personal

Polizisten senden „Notruf“an Regierung

Hannover - Die Personalräte der niedersächsischen Polizei schlagen Alarm. In einer Resolution, die an den Innenminister Boris Pistorius (SPD) geht, klagen sie über „unerträgliche Belastungen“, ständig steigende Anforderungen und die geforderte Übernahme neuer Aufgaben.

Dies führe zu einem Arbeitsdruck, der überhandnehme. „Zur Erledigung der Aufgaben fehlt Personal an allen Ecken und Enden“, heißt es in dem Notruf, der zum Ende einer Fachtagung vergangene Woche verfasst worden ist.

Ständige Überstunden und Mehrarbeit seien die Folge einer zu engen Personalplanung. Die durchschnittliche Krankenstandsquote von etwa 7 Prozent bedeute den täglichen Ausfall von etwa 1500 Polizisten in Niedersachsen, erklären die Personalräte. „Länderübergreifende Unterstützungen und Einsätze“ müssten kritisch hinterfragt werden, heißt es in der Resolution. Für zusätzliche Aufgaben benötige man zusätzliches Personal. Im Innenministerium hieß es, der Krankenstand in Niedersachsen sei niedriger als in anderen Bundesländern. Zudem habe man das „Gesundheitsmanagement“ verbessert.

Die Gewerkschaft der Polizei unterstütze den Notruf, sagte der Landesvorsitzende Dietmar Schilff. „Vor etwa zwölf Jahren haben wir einen ähnlichen Notruf abgegeben, aber kaum Reaktionen darauf erhalten. In den vergangenen Jahren hat sich an der Lage nichts verbessert. Wenn nicht gegengesteuert wird, landen wir in einer Sackgasse.“ Immerhin sollten jetzt 200 Polizeianwärter eingestellt werden - dies sei ein gutes Signal.

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