Hoheit auf bayerischen Rädern

Prinz Charles fährt bald BMW

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Foto: Technik, die überzeugt? Der BMW 760.

London - Den Ansprüchen James Bonds würde der Wagen wohl nicht genügen. Aber Prinz Charles dürfte ganz zufrieden mit ihm sein. Der neue BMW 760, den Scotland Yard zur Zeit in London testet, soll den britischen Thronfolger und seine Frau künftig vor allem Ungemach behüten.

Er soll rundum kugelsicher sein, Giftgasangriffe abwehren können und sogar über einen ferngesteuerten Startmechanismus verfügen – falls die reguläre Zündvorrichtung einmal mit einer Bombe verbunden wäre.

Von dem Topsicherheits-Auto aus Deutschland will die britische Polizei mindestens zwei Exemplare kaufen oder leasen. Der Einzelpreis wird mit knapp 360 000 Euro beziffert. Der Wagen soll mit seiner Panzerung und seinen diversen Vorrichtungen nur noch Cadillac One, dem Fahrzeug des US-Präsidenten, nachstehen. Seine Fenster sollen nicht nur kugelsicher, sondern auch herausnehmbar sein. Damit Charles und Camilla notfalls aus dem Wagen klettern könnten. Automatische Feuerlöscher werden sich unterm Chassis und der Motorhaube finden. Ein separates Alarmsystem soll vor einem Giftgasangriff warnen. Seitenfenster und Umluftanlage würden sich im Ernstfall unmittelbar schließen; Sauerstofftanks im Wageninnern sorgen für Frischluft. Tür- und Kofferraumschlösser können per Fernbedienung polizeilich betätigt werden.

Mit einem derart sicheren Wagen für den Kronprinzen will Scotland Yard auf ein Fiasko vom Dezember 2010 reagieren. Damals waren Charles und Camilla auf dem Weg zu einer Varieté-Veranstaltung in London in einem konventionellen Rolls Royce der Königin in eine Demonstration geraten und von randalierenden Jugendlichen mit Farbbeuteln und Flaschen beworfen worden. Camilla war von einem Randalierer durchs offene Fenster mit einem Stock gestupst worden. „Runter mit ihren Köpfen“, hatten die Demonstranten gegrölt.

So ein Risiko könne die Polizei nie wieder eingehen, meinen Scotland-Yard-Leute inzwischen. Der jetzt getestete BMW biete „größtmögliche Sicherheit“. Prinz Charles dürfte generell erleichtert sein über die neuen Schutzmaßnahmen. Vielleicht hätte er sich ja noch ein bisschen mehr Extra-Ausstattung gewünscht. Aber weder Raketenwerfer noch Anti-Reifen-Kreissägen sind im Lieferangebot enthalten. Auch nicht Maschinengewehre und rotierende Nummernschilder. Nicht mal die 007-übliche Option der Verwandlung des Autos in ein Flugzeug oder in ein U-Boot.

von Peter Nonnenmacher

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