Rettung aus ICE-Tunnel zeigt Mängel auf

Proben für den Ernstfall

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Foto: Beteiligt an der Großübung mitten in der Nacht waren mehr als 700 Rettungskräfte und rund 160 Verletztendarsteller.

Hann. Münden - Rund 900 Menschen haben im Kreis Göttingen die Bergung eines entgleisten Zuges in einem Tunnel geübt. Dabei wurde klar: Künftig muss die psychische Belastung der Retter bei solchen Einsätzen besser bedacht werden.

Schwachpunkte bei der Rettung von Bahnfahrgästen nach einem ICE-Unfall hat eine Übung mit 900 Beteiligten in Niedersachsen aufgedeckt. Die Aktion in einem Tunnel bei Göttingen in der Nacht zum Sonntag sollte Einsatzkräfte auf einen möglichen Ernstfall vorbereiten. „Wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen“, erklärte Übungsleiter Ullrich Uhlendorff am Sonntag im Anschluss. „Die Mannschaften sind an ihre Leistungsgrenze gegangen.“

Künftig müsse die große physische und psychische Belastung der Retter bei solchen Einsätzen besser bedacht werden. Außerdem sei die Koordination der vielen Einsatzfahrzeuge auf engstem Raum eine große Herausforderung gewesen. Ferner habe es punktuell Probleme beim Funkverkehr gegeben. Beteiligt an der Großübung mitten in der Nacht waren mehr als 700 Rettungskräfte und rund 160 Verletztendarsteller. Geübt wurde im 5,2 Kilometer langen Rauhebergtunnel auf der Strecke Hannover-Würzburg zu einer Zeit, zu der dort normalerweise keine Züge fahren. Zum Einsatz kamen dabei auch spezielle Rettungszüge, die die Bahn für solche Unfälle bereit hält. In zwei Dorfgemeinschaftshäusern in Lippoldshausen und Jühnde wurden fiktive Krankenhäuser eingerichtet.

Auch zwei weitere Großübungen gab es an Wochenende in Südniedersachsen: Auf dem Wurmberg im Harz übten die Höhenretter der Bergwacht, wie nach einem Stromausfall rund 50 Passagiere aus den Kabinen der stillstehenden Seilbahn geborgen werden können. Rund 20 Meter über der Erde waren dort speziell geschulte Experten am Werk. Im Kreis Hameln trainierten die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, DRK und Technischem Hilfswerk, was zu tun ist, wenn es an einem Bahnübergang zu einem Zusammenstoß zwischen einem Bus und einem Güterzug kommt und dabei auch noch unbekannte Gefahrstoffe austreten.

lni

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