„Mein Papa liest vor!“

Projekt soll Väter zum Vorlesen motivieren

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„Mein Papa liest vor!“ heißt das Projekt, das Väter zum Vorlesen animieren soll.

Hannover - Mit kostenlosen Geschichten sollen mehr Väter in Niedersachsen zum Vorlesen motiviert werden. Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) gab am Montag den Startschuss für das Projekt „Mein Papa liest vor!“.

Zunächst sind zehn Arbeitgeber mit im Boot, die ihren Beschäftigten einmal in der Woche bebilderte Geschichten zum Herunterladen anbieten, darunter der Fußballverein Hannover 96. „Kinder, denen intensiv und regelmäßig vorgelesen wird, haben bessere Noten“, betonte die Ministerin. Zudem stärke das Vorlesen die emotionale Bindung zu den Eltern.

Die Stiftung Lesen hat das Projekt initiiert, weil Studien zufolge Väter Vorlesemuffel sind. “86 Prozent aller befragten Familien sagen, Vorlesen ist wichtig. In 43 Prozent der Familien wird tatsächlich vorgelesen, aber nur 8 Prozent der Väter lesen vor“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas. In der Folge hielten viele 15-jährige Jungen Lesen für uncool, weil die männlichen Vorbilder fehlten.

Jetzt sollen unter anderem die Fußballprofis von Hannover 96 zu Lese-Vorbildern werden. Der Präsident des Bundesligisten, Martin Kind, berichtete am Montag, dass die Spieler bei ihren regelmäßigen Besuchen in der Medizinischen Hochschule Hannover mit den kleinen Patienten schon jetzt Bücher anschauen.

Die Stiftung Lesen will alle rund 2500 Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten in Niedersachsen einladen, an dem Projekt teilzunehmen. Auch kleinere Firmen dürfen mitmachen. Die Väter (und Mütter) können sich die Geschichten für Kinder verschiedener Altersgruppen ausdrucken und erhalten zusätzlich Tipps zum Vorlesen.

Die Wirtschaft hat ein Interessen an frühkindlicher Leseförderung. Unternehmen klagen, dass sie keine geeigneten Auszubildenden mehr finden. Mittlerweile seien 13 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland funktionale Analphabeten, sagte Maas. Die Zahl der Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, habe sich binnen zehn Jahren verdoppelt.

dpa

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