Lindenberg, Vettel, Cro und Co.

120 Promis malen für sterbenskranke Kinder

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Foto: Das kleine Gemälde vom Deutschrocker Udo Lindenberg ist Teil der Ausstellung „Ein großes Herz für kleine (Löwen)-Herzen“ des Kinderhospizes „Löwenherz“ in der Kreissparkasse in Syke.

Syke - Udo Lindenberg porträtiert sich als Kerl mit Anzug, Brille und Hut, der sein Herz verschenkt. Sänger Peter Maffay schickt seinen Tabaluga-Drachen ins Rennen. Mehr als 120 Prominente haben zu Stift und Pinsel gegriffen, um das Kinderhospiz Löwenherz zu unterstützen.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat unter ein schnell gezeichnetes Herz seine Signatur gesetzt. Beim Friedensnobelpreisträger Dalai Lama ist das Symbol der Liebe eine zart rote Linie auf weißem Grund. Mehr als 120 Prominente haben für die Aktion „Ein großes Herz für kleine (Löwen-)Herzen“ gemalt und gezeichnet. Jetzt sind diese Liebeserklärungen an das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke (Landkreis Diepholz) erstmals öffentlich zu sehen. Die Kreissparkasse Syke zeigt die Ausstellung bis zum 17. Januar 2014.

Die Werke sind sortiert nach Politikern, Schriftstellern, Spitzensportlern, Kinderbuchautoren und Menschen, die Schlagzeilen gemacht haben. Barbara Frerker, Geschäftsführerin des Vereins „Löwenherz“ und selbst Mutter eines mehrfach behinderten Sohnes, berühren besonders die Werke von Persönlichkeiten, die selbst durch die Hölle gegangen sind. Zum Beispiel Nando Parrado, der 1972 einen Flugzeugabsturz in den Anden überlebt und sich jetzt als Bergsteiger vor schneebedeckten Gipfeln gezeichnet hat. Oder US-Pilot Gail S. Halvorsen, der die Berliner nach Kriegsende mit seinem „Rosinenbomber“ versorgt hat. In ein rotes Herz hat er „Berlin Candy Bomber“ geschrieben.

Neben Rapper Cro, Rennfahrer Sebastian Vettel, Künstlerin Yoko Ono, „Mainzelmännchen“-Zeichner Wolf Gerlach, Starkoch Paul Bocuse und James-Bond-Schauspieler Roger Moore sind es gerade die Kinderbuchautoren, die ins Herz der Betrachter treffen. Otfried Preußler lässt aus dem Gewehr des Räubers Hotzenplotz Herzen aufsteigen. Paul Maar versieht seine Fantasiefigur „Das Sams“ mit besonders vielen Wunschpunkten. Annet Rudolph zeigt ihren frechen „Raben Socke“ mit Farbpinsel. „Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, bei dieser tollen Aktion mitzumachen“, sagte die Kinderbuchillustratorin bei der Vernissage in Syke.

Der Privatmann Detlef Bannenberg aus Paderborn hatte die Idee, Prominenten leere Leinwände im DIN-A4 Format zu schicken, um sie für „Löwenherz“ malen zu lassen – ein Engagement, das ihn eigenen Angaben zufolge viel Zeit und Geld gekostet hat. Nach dem weltweiten Erfolg seiner Aktion wollte der Initiator die Bilder allerdings nicht mehr herausgeben. Erst nach der Androhung rechtlicher Schritte wurde der Streit beigelegt. Jetzt will das „Löwenherz“-Team die Werke in ganz Norddeutschland zeigen und anschließend möglicherweise versteigern.

Bundesweit gibt es nach Angaben von Barbara Frerker acht Kinderhospize. „Löwenherz“ wurde vor zehn Jahren eröffnet. Im September kam ein neues Jugendhospiz dazu. In den Einrichtungen dürfen sterbenskranke Mädchen und Jungen bis zu vier Wochen im Jahr verbringen. In dieser Zeit werden sie vom Pflegepersonal umsorgt. Gemeinsam spielen sie, lassen sich vorlesen und machen kleine Ausflüge. Die Krankenkassen zahlen 50 Prozent der Kosten für den Aufenthalt, der Rest wird aus Spenden finanziert. Jährlich werden mehr als 1,2 Millionen Euro an Spenden benötigt.

dpa

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