AKW Grohnde

Proteste bei MOX-Transport in Nordenham

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Foto: Demonstranten harrten bis in die Nacht vor dem AKW Grohnde aus, um gegen den Transport von plutoniumhaltigen Kernbrennstäben zu protestieren.

Nordenham - Mahnwachen und Protestcamps: Atomkraftgegner haben gegen einen Transport von plutoniumhaltigen Kernbrennstäben quer durch Niedersachsen protestiert. Vor dem Atomkraftwerk Grohnde kam es in der Nacht zu Montag zu „kleineren Scharmützeln“ zwischen Demonstranten und der Polizei, teilte das Innenministerium mit.

Ein Transport mit plutoniumhaltigen Kernbrennstäben ist gegen Mitternacht im Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln eingetroffen. Vor dem Kernkraftwerk sei es zu „kleineren Scharmützeln“ zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, sagte ein Sprecher des Lagezentrums des niedersächsischen Innenministeriums in der Nacht zum Montag. So sei es einem Aktivisten kurzzeitig gelungen, sich an einem der Speziallastwagen anzuketten. „Insgesamt war es jedoch ein unkomplizierter und friedlicher Transport“, sagte eine Sprecherin der Oldenburger Polizei am Morgen. Weitere Einzelheiten werde die Polizei im Lauf des Tages mitteilen, so die Sprecherin weiter.

Begleitet von Protesten war ein mit den Kernbrennstäben beladener Frachter am Sonntagnachmittag in Nordenham angekommen. Sowohl eine Mahnwache als auch eine Paddeltour seien friedlich verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Von der Wesermündung aus wurden die Brennelemente aus dem britischen Sellafield mit zwei Speziallastwagen zum Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln transportiert, wo der Transport von Demonstranten erwartet wurde.

In Nordenham hatten nach Polizeiangaben etwa 50 Atomgegner die „Atlantic Osprey“ erwartet. Greenpeace-Mitglieder hatten den Frachter mit ihrem Schiff Beluga II und Booten erwartet und Protestplakate gehisst. „Wir sehen den Transport sehr kritisch - und vor allem den Einsatz der MOX-Elemente“, begründete Greenpeace-Experte Heinz Smital die Protestaktionen am Samstag. Bei den sogenannten Mischoxid-Brennelementen (MOX) sei das Risiko einer Kernschmelze deutlich höher als bei denen aus Uran.

Vor dem von dem Energieunternehmen Eon betriebenen Kraftwerk waren bereits am Samstag Trecker aufgefahren. Sie kamen nach Angaben der örtlichen Initiativen auch aus dem Wendland, wo es seit Jahren eine breite Protestbewegung gegen Castortransporte in das atomare Zwischenlager in Gorleben gibt. Am Sonntagnachmittag hatten sich Traktoren auf den Hauptzufahrtswegen zum Atomkraftwerk Grohnde positioniert. Veranstalter sprachen von insgesamt etwa 300 Teilnehmern an verschiedenen Aktionen.

In den nächsten Jahren sollen nach Angaben einer Eon-Sprecherin noch 60 Kernbrennstäbe nach Grohnde transportiert werden.

dpa

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