Gewalt gegen Frauen

Prozess gegen Mörder junger Inderin zeigt keine Wirkung

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Foto: Die erste Anhörung vor dem Prozess gegen die mutmaßlichen Peiniger einer jungen Inderin hat am Montag stattgefunden. Indessen melden indische Medien weitere Gewaltverbrechen gegen Frauen.

Neu-Delhi - Chaos im Gericht verzögerte die Vorführung der mutmaßlichen Mörder einer jungen Inderin. Die Richterin ließ kurzerhand den Saal räumen. Ein schneller Prozess soll potenzielle Vergewaltiger abschrecken. Doch die Gewalt gegen Frauen in Indien reißt nicht ab.

Vor Beginn des Mordprozesses gegen fünf mutmaßliche Peiniger einer indischen Studentin sind die Beschuldigten am Montag dem Gericht in Neu Delhi vorgeführt worden. Reporter berichteten, dass Polizisten die Männer in den Gerichtssaal geleiteten. Richterin Namrita Aggarwal hatte den überfüllten Saal zuvor räumen lassen. Sie begründete das damit, dass die Sicherheit der Verdächtigen in der Menge nicht gewährleistet sei.

Vor Ausschluss der Öffentlichkeit war es im Verhandlungssaal zu tumultartigen Szenen gekommen. Anwälte stritten untereinander, nachdem zwei von ihnen angeboten hatten, die Beschuldigten zu vertreten. Sie wollten damit einen Boykott der Anwaltskammer in dem Distrikt brechen, die beschlossen hatte, eine Verteidigung der Männer „aus moralischen Gründen“ zu verweigern.

Den Tätern droht der Galgen

Den Beschuldigten ist am Montag hinter verschlossenen Türen die Anklageschrift übergeben worden, in der ihnen außer Mord auch Vergewaltigung und andere Verbrechen vorgeworfen werden. Am Donnerstag ist die nächste Anhörung der Beschuldigten angesetzt. Bis dahin hätten sie Zeit, sich Anwälte zu suchen, sagte Richterin Namrita Aggarwal am Montag in Neu Delhi. Sonst würden ihnen Pflichtverteidiger gestellt. Danach soll der Fall an ein neues Schnellgericht in Neu Delhi verwiesen werden. Ein konkretes Datum für den in den kommenden Tagen erwarteten Beginn des Prozesses gibt es noch nicht. Den fünf erwachsenen Beschuldigten droht der Galgen. Beim sechsten Verdächtigen wird mit Knochentests geprüft, ob er - wie von ihm selbst behauptet - minderjährig ist.

Das 23-jährige Opfer war am 16. Dezember in einem fahrenden Bus in Neu Delhi vergewaltigt und gefoltert worden. Vor gut zwei Wochen starb die junge Frau an ihren Verletzungen. Ein Begleiter der 23-Jährigen überlebte verletzt. Die Familie der Toten fordert die Hinrichtung aller sechs Beschuldigten. Der Vater hatte in einem am Sonntag in einer britischen Boulevardzeitung veröffentlichten Interview verlangt, an ihnen ein Exempel zu statuieren.

Die Gewalt an Frauen geht weiter

Indische Medien meldeten unterdessen weitere Gewalt gegen Frauen. Demnach wurde in Noida, einem Vorort Neu Delhis, die Leiche einer vermutlich vergewaltigten und ermordeten Frau gefunden. Die „Times of India“ berichtete, zwei Verdächtige seien festgenommen worden, ein Dritter sei auf der Flucht. Fünf Polizisten seien suspendiert worden, nachdem sich ihre Wache zunächst geweigert habe, eine Anzeige aufzunehmen.

Die Nachrichtenagentur IANS meldete die Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Neu Delhi durch einen Mann und einen Jugendlichen. Der Nachrichtensender NDTV berichtete, im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh seien ein Lehrer und ein Wachmann unter dem Vorwurf festgenommen worden, vier Schülerinnen vergewaltigt zu haben. Im ostindischen Bundesstaat West-Bengalen sei ein 40-Jähriger festgenommen worden, der verdächtigt werde, vier Mädchen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren vergewaltigt zu haben.

Mutmaßliche Vergewaltiger müssen erneut zur Anhörung

Vor dem Mordprozess gegen fünf mutmaßliche Peiniger des indischen Vergewaltigungsopfers sollen die Beschuldigten an diesem Donnerstag zur nächsten Anhörung vor Gericht erscheinen. Bis dahin hätten sie Zeit, sich Anwälte zu suchen, sagte Richterin Namrita Aggarwal am Montag in Neu Delhi. Sonst würden ihnen Pflichtverteidiger gestellt. Danach soll der Fall an ein neues Schnellgericht in Neu Delhi übergeben werden. Am Montag wurden den Beschuldigten Kopien der Anklageschrift überreicht

dpa

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