Missbrauchs-Vorwürfe

Prozess gegen Olympia-Trainer wird fortgesetzt

Kiel - Im Missbrauchs-Prozess gegen einen Olympia-Trainer vor dem Kieler Amtsgericht hat heute der Vater des mutmaßlichen Opfer ausgesagt. Die Verteidigung kündigte weitere Anträge an, um die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen.

Der Missbrauchs-Prozess gegen einen Schwimmtrainer der deutschen Olympia-Mannschaft ist am Montag vor dem Kieler Amtsgericht mit Zeugenaussagen fortgesetzt worden. Zu Beginn des vierten Verhandlungstags sagte der Vater des mutmaßlichen Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit mehrere Stunden aus. Der Trainer muss sich wegen sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen verantworten. Er soll sich von 2004 bis 2006 in 18 Fällen an einer jungen Schwimmerin vergangen haben, die er seit dem zwölften Lebensjahr betreute.Laut Anklage soll sich der Trainer erstmals 2004 bei einem gemeinsamen Urlaub auf Kreta an der damals 16-Jährigen vergangenen haben. Sie hatte laut Anklage zuvor noch keine sexuellen Erfahrungen. Die junge Frau erstattete 2009 Strafanzeige. Anklage wurde erst im September 2011 erhoben. Ob es am Montag zu einem Urteil kommt, blieb zunächst unklar.

Der Angeklagte bestreitet die Tatvorwürfe. Seine Verteidiger kündigten weitere Anträge an, um die Unschuld des Mannes zu beweisen. „Wir kämpfen weiter und stellen weitere Anträge“, sagte Strafverteidigerin Annette Marberth-Kubicki. Das Gericht hatte an den vergangenen Prozesstagen nach Angaben der Verteidigung etliche Beweisanträge zurückgewiesen. Dem Angeklagten drohen im Falle eines Schuldspruchs bis zu vier Jahre Haft.

Zuschauer und Medienvertreter wurden am ersten Verhandlungstag auf Antrag der Verteidigung und Nebenklage von der Verhandlung ausgeschlossen, um die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten zu schützen. Nur die Verlesung der Anklage war öffentlich. Auch das Urteil soll öffentlich verkündet werden. Das mutmaßliche Opfer war zum Prozessauftakt mehrere Stunden lang befragt worden. Auch zwei Freundinnen sagten aus. Eine von ihnen war auch mit dem Trainer befreundet.

dpa

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