60. Thronjubiläum

Queen feiert Jubiläum mit Schiffsparade

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Königin Elizabeth II. feiert ihr 60. Thronjubiläum.

London - Es war ein großer Höhepunkt zum Diamantenen Thronjubiläum der englischen Königin: 1000 Schiffe und Boote fuhren in London die Themse hinunter, die Queen an Bord einer prunkvoll geschmückten Barkasse.

Ohne Prominenz aus dem Showbusiness, ohne Staatsmänner, ohne gekrönte Häupter aus dem Ausland: Königin Elizabeth II. hat den Höhepunkt ihres diamantenen Thronjubiläums „very British“ gefeiert – mit einer zehn Kilometer langen Schiffsparade, wie sie die britische Hauptstadt seit 350 Jahren nicht mehr erlebt hat. Was sie einst als 21 Jahre alte Prinzessin in ihrer wohl berühmtesten Rundfunkansprache versichert und erst im März bei ihrer Thronrede erneuert hatte, machte sie auch zum Motto des Festtages: Sie wolle eine Königin im Dienste ihres Volkes sein.

Das Volk hatte am Vorabend der großen Parade eilig Gartentische und Stühle ins Haus getragen, als Regen den Straßenpartys zum 60. Dienstjubiläum der Königin ein jähes Ende setzte. Doch gestern trotzte die 86-jährige Königin tapfer dem Wetter – und die Briten taten es ihr gleich. Zehntausende froren bei Wind und Regen am Ufer der Themse, um einen Blick auf die Monarchin zu erhaschen. „Als Mädchen habe ich die Krönung der Queen gesehen“, sagte die 69 Jahre alte Jane, deren Tochter Karten für einen Platz auf der berühmten Tower Bridge, dem Endpunkt der Schiffsparade, gewonnen hatte. Das schlechte Wetter mache ihr nichts aus. „Bei der Krönung war es auch nass.“

Die Königin – ganz in ein weißes Gewand gehüllt und mit farblich passendem Hut auf dem Kopf – verstieß an Bord der prunkvoll hergerichteten „Spirit of Chartwell“ wiederholt gegen das Protokoll. Statt auf dem Thron aus rotem Samt mitten auf dem Oberdeck Platz zu nehmen, ging die sechsfache Großmutter und zweifache Urgroßmutter zunächst unaufhörlich an der Reling entlang, sprach mit Crewmitgliedern und verfolgte die Vorführungen ihrer Landsleute am Ufer. Die Thronfolger, Prinz Charles und Prinz William in Gardeuniform sowie Williams Frau Kate in einem roten Kleid mit Faltenrock von Alexander McQueen, sahen fast ein wenig verloren aus.

Angeführt wurde die Prozession vom eigens für diesen Zweck gebauten „Glockenschiff“ mit seinen acht dröhnenden Kirchenglocken. Dahinter folgten die goldverkleidete „Gloriana“ mit ihren 18 Ruderern, Kajaks, chinesische Drachenboote, venezianische Gondeln und ein Maori-Kriegskanu. Es war ein Festzug von historischen Dimensionen: Mehr als 1000 Boote und Schiffe beteiligten sich an der Parade, für die die Jubiläumsstiftung rund zwölf Millionen Euro eingesammelt hatte.

Die Königin schien angetan zu sein vom Jubel und den „God Save the Queen“-Gesängen ihrer Fans – auch wenn sie gelegentlich ihren Hut festhalten musste. Leicht fiel ihr, zunehmend fröstelnd, das Lächeln nicht. Prinz Philip tat wie immer, gelassen winkend und auf und ab marschierend, seine Pflicht.

Vom Pappteller bis zum Regenmantel regierte überall am Ufer wie auch auf den rund 10 000 Straßenpartys im ganzen Land der britische Union Jack. Angestoßen wurde mit dem typisch englischen Cocktailgetränk Pimms. Jedes Dröhnen einer Schiffssirene löste begeisterte Rufe aus.

mit dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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