Nachholbedarf bei Streckenausbau

Radtourismus boomt in Niedersachsen

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Urlaub mit dem Fahrrad ist in Niedersachsen beliebt.

Hannover - Mit Mountainbikes durch den Harz, mit Hollandrädern gemütlich entlang der Weser: Urlaub mit dem Rad boomt auch in Niedersachsen. Doch beim Streckenausbau gibt es hierzulande noch Nachholbedarf, findet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club.

Die Fahrradsaison hat begonnen - doch beim Ausbau der Radwege hat Niedersachsen nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) noch Nachholbedarf. „Man muss nur über die Grenze nach Nordrhein-Westfalen fahren, um zu sehen, was eine gute Fahrrad-Infrastruktur ist“, sagt der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Jens Schütte, der Nachrichtenagentur dpa. Hierzulande fahre es sich gut, aber längst nicht am besten.

In Niedersachsen locken neben den Radweg-Klassikern entlang von Elbe, Ems und Weser vor allem Harz und Solling mit herausfordernden Strecken. Dennoch sagt die Sprecherin des ADFC, Bettina Cibulski: „Das Fahrradland Niedersachsen ist für viele Touristen als Reiseziel nicht so interessant.“ Obwohl das touristische Radwegenetz rund 4400 Kilometer umfasse, punkteten im Radtourismus vor allem einzelne Regionen wie das Emsland und Friesland.

Außerdem weise das niedersächsische Radwegenetz nach wie vor Probleme bei den Oberflächen der Wege und einer einheitlichen Streckenführung auf. „Jede Region hat andere Wegweiser“, sagt Cibulski. Fahrradfreundliche und äußerst beliebte Fahrradländer seien Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern.

Der Sprecher des niedersächsischen Verkehrsministeriums, Christian Budde, betont hingegen, der touristische Radverkehr habe sich auch in Niedersachsen fest etabliert. Für die Erhaltung und den Neubau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen investierte das Land im vergangenen Jahr 16 Millionen Euro. „Niedersachsen ist Fahrradland“, betont Budde und verweist darauf, dass das Land mit 7500 Kilometern Radwegen in puncto Länge bundesweit an der Spitze steht.

Nach Angaben des ADFC-Vorsitzenden Schütte sind die Mittelgebirge wie der Harz vor allem für Mountainbiker interessant. Gemütliche und familienfreundliche Strecken mit flachen Wegen gibt es entlang der Küste und der Flüsse. Neben dem Elbe-, Weser- und Emsradweg sei auch der Nordseeküsten-Radweg nach wie vor ein Favorit unter den Radurlaubern, meint Karin Proell vom TourismusMarketing Niedersachsen, das den Radtourismus zentral vermarktet. Sie betont aber: „Der Konkurrenzdruck im Radtourismus hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen.“

jhf/dpa

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