Keine Hinweise auf Fremdenfeindlichkeit

Rauchpatrone im Asylbewerberheim in Lübeck

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Die Flüchtlinge hatten die qualmende Rauchpatrone selbst entdeckt und aus dem Haus gebracht.

Grabau - War es ein übler Scherz oder ein Anschlag? Nach einem Zwischenfall mit einer Rauchpatrone in einem Asylbewerberheim in Schleswig-Holstein rätselt die Polizei über die Hintergründe.

Nach dem Wurf einer Rauchpatrone in ein Asylbewerberheim in Grabau bei Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) sucht die Polizei nach den Tätern. Für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gebe es bislang keine Anhaltspunkte, sagte der Leiter der Polizei Bad Oldesloe, Wolf Rüdiger Trasz, am Samstag. Am Freitagabend mussten sechs Bewohner des Flüchtlingsheims ihre Unterkunft wegen starker Rauchentwicklung verlassen, nachdemUnbekannte im Treppenhaus des Heims einen Nebeltopf gezündet hatten.

Innenstaatssekretärin Manuela Sölle-Winkler sprach von einem tragischen Vorfall, der Menschen widerfahren sei, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Die Flüchtlinge hatten die qualmende Rauchpatrone selbst entdeckt und aus dem Haus gebracht. "Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatten alle Bewohner das Haus bereits selbsttätig verlassen", berichtete Polizeileiter Trasz. Bekannt sei bislang nur, dass die Rauchpatrone nicht aus Militärbeständen stamme. Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner verurteilte die Tat in den "Lübecker Nachrichten" (Sonntag). Es müsse "von staatlicher Seite alles getan werden, um die Schuldigen zu finden".

Stegner, der auch SPD-Bundesvize ist, gab der Anti-Islam-Bewegung Pegida eine Mitschuld. "Wer Stimmung gegen Flüchtlinge macht und damit ein Klima der Intoleranz schafft, trägt dazu bei, dass so etwas passiert." Die Gesellschaft müsse sich entschlossen gegen Stimmungsmache wehren.

dpa

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