Nach tödlichem Fenstersturz

Razzia bei Familienclan in Hameln

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Foto: Am Dienstag vergangener Woche hatten Mitglieder der Großfamilie vor dem Hamelner Krankenhaus Polizisten mit Steinwürfen und Pfefferspray attackiert.

Hameln - Zehn Tage nach den gewalttätigen Ausschreitungen im Hameln hat die Polizei am Freitag sechs Wohnungen einer Großfamilie durchsucht. Beamte stellten Waffen sicher und nahmen vier Personen fest. Zuvor war ein Mitglied der Familie nach einem Gerichtstermin aus dem Fenster gestürzt und gestorben.

Es habe ernstzunehmende Erkenntnisse gegeben, dass Familienangehörige sich scharfe Waffen besorgt hätten, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Göttingen. Bei der Aktion, an der auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) und Diensthunde beteiligt waren, seien Gaspistolen, ein Luftgewehr, Munition, verbotene Gegenstände wie Butterflymesser und in geringen Mengen Betäubungsmittel sichergestellt worden. Vier Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Am Dienstag vergangener Woche hatten Mitglieder der Großfamilie vor dem Hamelner Krankenhaus Polizisten mit Steinwürfen und Pfefferspray attackiert. Mehr als ein Dutzend Beamte wurden zum Teil erheblich verletzt. Mitglieder des Familienclans hätten zudem Angehörige von Polizei und Justiz mit weiterer Gewalt bedroht, berichtete die Polizeisprecherin.

Zu den Ausschreitungen war es gekommen, nachdem ein unter Raubverdacht stehendes Mitglied der Familie auf der Flucht nach einem Haftrichtertermin aus dem siebten Stockwerk des Gericht gestürzt war und sich tödlich verletzt hatte. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung.

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