Nach Geldtransporter-Überfällen

Reemtsma-Entführer Thomas Drach: Gericht in Amsterdam verkündet Auslieferung nach Deutschland

Raubüberfälle auf Geldtransporter: In Amsterdam wurde der Reemtsma-Entführer Thomas Drach im Februar 2021 festgenommen.
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Raubüberfälle auf Geldtransporter: In einer Wohnung in Amsterdam wurde der Reemtsma-Entführer Thomas Drach im Februar 2021 festgenommen.

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach könnte bald erneut in Deutschland vor Gericht stehen. Ein Gericht im niederländischen Amsterdam hat über seine Auslieferung entschieden.

Update vom 4. Mai, 14.05 Uhr: Der frühere Reemtsma-Entführer Thomas Drach wird aus den Niederlanden nach Deutschland ausgeliefert. Er werde der Kölner Justiz überstellt, urteilte ein Amsterdamer Gericht am Dienstag. Der 60-Jährige war vor zehn Wochen in der niederländischen Hauptstadt festgenommen worden. Er steht unter dem dringenden Verdacht, drei Raubüberfälle begangen zu haben.

Wann Drach genau den Behörden überstellt wird, war zunächst unklar. Drach, der bis zu seiner Festnahme in Amsterdam gewohnt hatte, hatte gegen die Auslieferung keine Einwände erhoben.

Reemtsma-Entführer Thomas Drach: Gericht in Amsterdam verkündet Entscheidung über Auslieferung

Unsere Erstmeldung vom 4. Mai: Amsterdam - Reemtsma-Entführers Thomas Drach soll in Deutschland vor Gericht. Ein Auslieferungsantrag ist gestellt. Die deutsche Justiz will dem 60-jährigen Drach wegen dreier bewaffneter Überfälle auf Geldtransporter den Prozess machen. Am 23. Februar wurde der in den Niederlanden festgenommen worden.

Früherer Reemtsma-Entführer wegen drei Raubüberfällen gefasst

Die Überfälle auf Geldtransporter soll Drach mit Komplizen 2018 und 2019 in Köln und Frankfurt am Main verübt haben. Die Staatsanwaltschaft Köln legt ihm unter anderem gemeinschaftlichen schweren Raub zur Last.  Zwei Geldboten wurden beim Überfall und der Tat in Frankfurt durch Schüsse schwer verletzt.

Im Zusammenhang mit zwei der drei Gewalttaten wurde zuletzt auch ein mutmaßlicher Komplize Drachs in den Niederlanden festgenommen. Bei allen drei Raubüberfällen waren die Täter mit in den Niederlanden gestohlenen und mit falschen Kennzeichen ausgestatteten Autos geflüchtet, hatten diese unweit der Tatorte angezündet und die Flucht mit anderen Fahrzeugen fortgesetzt.

Nach dem Raubüberfall am Flughafen Köln/Bonn fanden die Ermittler die Tatwaffe, ein Kalaschnikow-Sturmgewehr AK-47, in dem vollständig ausgebrannten Auto. Durch die Auswertung der Videoaufzeichnungen zu dem Überfall am Flughafen Köln/Bonn und anschließende teils verdeckte Ermittlungen gelang es den Strafverfolgern, einen Fluchtwagen zu identifizieren und zu beschlagnahmen. Womöglich verhalf dies den Ermittlern zum Durchbruch.

Reemtsma-Entführung dauerte 33 Tage

Drachs Name ist untrennbar mit der Entführung des Mäzens Reemtsma vor einem Vierteljahrhundert verbunden - einem der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Entführer um Drach brachten den Erben der Tabakdynastie am 25. März 1996 vor dessen Hamburger Villa in ihre Gewalt und hielten ihn 33 Tage lang angekettet im Keller eines Landhauses bei Bremen gefangen.

Wegen der Entführung des Mäzens Jan Philipp Reemtsma 1996 wurde Drach im Jahr 2000 zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Im Oktober 2013 wurde er entlassen.

Nach der erneuten Festnahme seines Entführers Thomas Drach sah sich der Hamburger Mäzen und Soziologe Jan Philipp Reemtsma in seiner Prognose bestätigt. Im Prozess um seine Entführung habe er als Nebenkläger Sicherungsverwahrung für Drach gefordert.

„Es war klar, dass das, was er tat, immer gefährlicher für andere Menschen wurde“, sagte Reemtsma in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Aber es ist keine große Befriedigung, in einer solchen Sache Recht behalten zu haben.“

Reemtsma war am 25. März 1996 auf seinem Grundstück in Hamburg-Blankenese entführt worden. Am 26. April 1996 kam Reemtsma gegen Zahlung eines Lösegelds in zweistelliger Millionenhöhe frei*. Drach tauchte anschließend unter, erst 1998 machten ihn ihn Polizisten in einem Luxushotel in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires dingfest. Nach längerem juristischen Tauziehen wurde Drach nach Hamburg ausgeliefert und dort vor Gericht gestellt. (afp/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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